"die Radeberger" Heimatzeitung - Archiv



Onlineausgabe vom 27. Januar 2011


Sanierung Dorfteich Ullersdorf
noch 2011


Sucht man nach den Ursprüngen von Ullersdorf bzw. nach dem ältesten Teil der Ortschaft, so ist dieser, laut Information auf der Homepage des Radeberger Ortsteils, am Dorfteich zu su-
chen. Hier hat auch bis ins 19. Jahrhundert das Richter- und Schankgut gelegen. Ein Fleckchen Erde also, das von großer Bedeutung ist für die regionale Identität der Ullersdorfer und Ullers-
dorferinnen. Hier wird gleichermaßen gefeiert und gelacht wie Erholung gesucht und ent-
spannt. Hier steht der Holzbrotbackofen, der eine alte Kunst vor dem Vergessen bewahrt, di-
rekt neben dem Jugendclub, welcher sich bei vielen Aktivitäten im Dorf mit einbringt, sei es das Badewannenrennen oder das Dreikönigstreffen. Wen wundert’s also, dass die Ullersdorfer sich fest mit ihrem Teich verbunden fühlen! Doch es gibt ein Problem, den Zahn der Zeit. Dieser hat in den vergangenen Jahren den Teichmauern mächtig zugesetzt, so dass eine Sanierung wohl nicht zu umgehen ist. Doch solch eine Sanierung kostet Geld. Woher dieses kommen soll und wie sich die Sanierungsarbeiten gestalten, dazu waren wir im Gespräch mit dem Ortsvor-
steher von Ullersdorf, Herrn Frank-Peter Wieth.

Herr Wieth, in den einleitenden Worten sind wir bereits auf die Verbundenheit der Ullersdorfer mit ihrem Dorfteich eingegangen.
Welche Bedeutung hat aus Ihrer Sicht der Dorfteich für die Bürgerinnen und Bürger?

Der Dorfteich ist natürlich der Mittelpunkt des Dorfes. Er dient uns als Ruhepunkt bei Spa-
ziergängen, die Kinder füttern die Enten und Schwäne, die Erwachsenen führen dort gerne stehend oder sitzend Gespräche über Gott und die Welt. Im Winter dient er als Schlitt-
schuheldorado und unser wichtigstes Fest, das Dorfteichfest, macht schon im Namen die Bedeutung des Teiches für unsern Ortsteil deutlich. Und natürlich ist es auch ein Feuer-
löschteich.

An welchem mittlerweile der Zahn der Zeit mächtig genagt hat. Seit wann ist die Tatsache denn bekannt, dass hier investiert werden
muss und welche finanziellen Mittel werden
dafür benötigt?

Die Notwendigkeit der Sanierung wurde schon 2009 festgestellt. Die Mauern haben nicht mehr genügend Halt und es bestand die Ge-
fahr, dass beispielsweise Zuschauer beim Ba-
dewannerennen Schaden erleiden könnten, wenn sie mit dieser in den Teich stürzen. Von daher waren wir im Ortschaftsrat auch sehr da-
rüber verwundert, dass der Haushaltsentwurf für 2011/12 die Teichsanierung nicht für 2011 bzw. 2012 vorgesehen hat. Aufgrund der Bedeutung des Teiches und seiner Funktion hat der Ortschaftsrat den Haushaltsentwurf abgeändert und die Sanierung für 2011 vorgesehen. Es werden ca. 150 T Euro benötigt. Die Mittel haben wir durch Umverteilung sowie die Festlegung der Verwendung des Verkaufserlöses einiger Grundstücke für die Teichsanierung zusammen-
bekommen.

Und gibt es denn schon einen Fahrplan, wann mit den Arbeiten begonnen wird und wie lange diese andauern? Schließlich steht ja auch das Dorfteichfest wieder auf dem Plan.
Eines gleich vorneweg: Das Fest findet natürlich statt und sobald die finanziellen Mittel aus dem Verkauf der Grundstücke zur Verfügung stehen, werden wir mit der Planung und der Aus-
schreibung der Leistungen beginnen. Wie lange die Arbeiten dauern, kann ich heute noch nicht sagen. Geplant ist jedoch, im Zuge der Sanierung den Teich so weit wie möglich auszu-
baggern, damit im Bedarfsfall möglichst viel Wasser zurückgehalten werden kann. Denn natur-
gemäß ist der Teich auch Bestandteil des Schutzes der unter ihm liegenden Häuser vor Hoch-
wasser.

Derzeit sammeln die Ullersdorfer Bürgerinnen und Bürger für ihren Teich.
Was verbirgt sich eigentlich hinter dieser Aktion?

Mit dieser Aktion wollen unsere Einwohner die Neubepflanzung des Teiches mit Bäumen selbst bewerkstelligen. Dafür wird im Dorf gesammelt. Andere werden sich durch ihre Hände Arbeit an der Bepflanzung beteiligen, damit der Teich auch zukünftig unser Schmuckstück sein wird.
Text und Foto: Red.


Die Hinterlassenschaft des Winters


Es ist wohl jedes Jahr das gleiche Malheur. Der Herbst geht und der Winter kommt und mit ihm Frost und Nässe und in den letzten Jahren auch immer wieder extreme Schnee-
fälle. Das Problem mit dem Frost und der Nässe ist ja bekannt und spä-
testens wenn das Thermometer kurz über die 0° C hochgeht, sieht man sie wie jedes Jahr. Schlaglöcher, die so groß sind, dass Schnellstraßen sich in ein gefährliches Offroad-Ge-
lände verwandeln. Und auch wenn man sich nun noch so sehr aufregt und schimpft und wettert, letzten Endes ist das alles nichts Neues, sondern man lebt damit und spä-
testens wenn die Witterung es zulässt, werden die Löcher geflickt und alles ist in Ordnung. Was jedoch neu im Rade-
berger Land ist, sind extreme Schneefälle wie diesen Win-
ter. Und Klimawandel hin oder her, verbunden sind mit solchen extremen Wetterlagen auch größere Gefahren als üblich. Da bilden sich meterlange Eiszapfen an den Dach-
rinnen, so dass, wie vor kurzem in der Radeberger Innen-
stadt, kaum noch ein Fußgänger den Fußweg gefahrlos passieren kann. Da reißen gewaltige Dachlawinen (siehe Pulsnitzer Straße) neben dem Schnee gleich noch Ziegel, Schneefanggitter und
Dachfenster mit auf den Fußweg. Die Fol-
gen für eventuell be-
troffene Fußgänger sind gar nicht vorstellbar. Oder, siehe Beispiel Konsum Waldstraße, geben Dachkonstruktionen unter der Schnee-
last nach und stürzen ein. Sicherlich, die Kaufhalle stand leer und in Fällen anderer großer Produktionshallen in Ra-
deberg wurde rechtzeitig die Schneelast entfernt und für Sicherheit gesorgt. Doch auf eines werden sich die Rade-
berger wohl zukünftig einstellen müssen: auf extreme Wetterlagen und damit verbundene größere Gefahren.
Und vielleicht hilft ja in Zukunft ein klein wenig Weitsicht der Hauseigentümer, dass es, wie im Fall der Radeberger Innenstadt, gar nicht erst zu solchen gigantischen Eisge-
bilden kommt. Denn eins steht fest, Kinder erkennen solche Gefahren meist nicht, da hilft auch nicht das kleine Pappschild: Vorsicht – Eiszapfen, sondern nur umsichtiges Handeln im Vorfeld.
Text: Red., Bilder: Red./G. Andrich


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