"die Radeberger" Heimatzeitung - Archiv



Onlineausgabe vom 17. Februar 2011


Die Internetseite von ROBOTRON-
Radeberg steht ab sofort im Netz
www.fesararob.de


Foto: Arbeitsgruppe Betriebsgeschichte ROBOTRON Radeberg

Was zunächst nur als eine Reihe einzelner Beiträge für die jährlich erscheinenden Radeberger Blätter zur Stadtgeschichte gedacht war, steht nun komplett unter www.fesararob.de im In-
ternet. Die Beiträge sind durch umfangreiche Angaben zu den in Radeberg gefertigten Fern-
seh- und Rundfunkgeräten, Richtfunkgeräten und Geräten der Datenverarbeitung ergänzt worden.
Die Betriebsgeschichte begann 1915 auf dem ehemaligen Artillerieexerzierplatz vor der Dresd-
ner Heide am Stadtrand Radebergs mit der Errichtung des Rüstungsbetriebes „Feuerwerks-
laboratorium Radeberg“ und endete 1993 mit der Einrichtung des Gewerbeparks Heidestraße. Lang gediente Ingenieure beschrieben sie aus der Sicht ihrer Bereiche und dennoch mit dem „Blick fürs Ganze“.


Foto: Archiv Schloss Klippenstein

Sie haben dabei die Aufzeichnungen und Erinnerungen vieler Radeberger Kollegen und alle verfügbaren Quellen genutzt und formten daraus ein vieltei-
liges Puzzle.
Konstanz und Wandel in der Nutzung des Betriebsgeländes lassen sich an Hand von Plänen zu allen Zeitepochen des Werkes nachvollziehen.
Weitere 10 Jahre später wäre diese Arbeit wohl kaum noch zu bewerkstelligen gewesen. Eine für die Stadt Radeberg wichtige Epoche der Industriegeschichte wird noch einmal lebendig, na-
hezu lückenlos, Jahr für Jahr, mit Höhen und Tiefen, mit der Schilderung erstaunlicher Leistun-
gen der Arbeiter, Techniker und Ingenieure. Wenn es Sie also interessiert noch einmal die Fernsehgerätefamilie der 1950er und 60er Jahre, aber auch der 1980er Jahre zu sehen, wenn Sie der Radeberger Richtfunk- und Rechentechnik in ihrer großen Vielfalt nachspüren möchten, wenn Sie schon immer einmal wissen wollten, wie die Fertigung militärischer Güter im 1. und 2. Weltkrieg, aber auch im Kalten Krieg ablief, erst recht, wenn Sie mehr als nur Allgemeinplätze zur Abwicklung eines 4.500 Mann Betriebes nach der Wende erfahren wollen, dann schauen Sie rein in www.fesararob.de. Dabei steht fe für Feuerwerkslaboratorium, sa für Sachsenwerk, ra für Rafena und rob für Robotron.
Wenn Sie Mängel oder Fehler erkennen, melden Sie sich bitte bei den
im Impressum genannten Mitgliedern der Arbeitsgruppe.

Arbeitsgruppe Betriebsgeschichte ROBOTRON Radeberg


Historisches Handwerk erhalten!


Seit Herbst letzten Jahres hat Herr Lengert auf Schloss Klippen-
stein alle Hände voll zu tun. Dut-
zende von Schindereisen, Hobeln, Bohrern, Sägen und anderen his-
torischen Werkzeugen wandern durch seine Hände, werden ge-
nau untersucht, archiviert und wieder in den Kisten verpackt,
die ursprünglich aus Gröditz stammen und die zu einer komplett erhaltenen Böttcherei gehören. Im vergangenen Jahr hatte das Schlossmuseum mit finanzieller Unterstützung des Schlossvereins die vollständige Werkstatt erworben.
Dass es sich dabei um ganz besondere Ausstellungsstücke handelt, da ist sich die Museumschefin sicher: „Von der Werkbank über die Werkzeuge bis zur kleinsten Niete, alles ist komplett erhalten und legt somit ein einzigartiges Zeugnis his-
torischer Handwerkskunst ab.“ Momentan gibt es die ersten Überlegungen, wie man diesen historischen Schatz der Öffentlichkeit zugäng-
lich machen kann. Vorstellbar ist unter ande-
rem, die komplette Werkstatt im Museum ein-
zurichten und zum Stadtjubiläum 2012 feier-
lich zu eröffnen. „Aber bis dahin“, so die Schlossherrin, „ist es noch ein weiter Weg.“ Dass die Werkstatt so vollständig erhalten geblieben ist, das ist der Weitsicht der beiden Enkel von August Paulick, Joachim und Eck-
hard Paulick, zu verdanken.
August Paulick, seines Zeichens Böttcher,
hatte 1888 in Gröditz in der Oberlausitz ein Wohnhaus erworben und in einem Nebenge-
bäude seine Böttcherei eingerichtet. Nachdem der Sohn von August Paulick, Arthur Paulick, bis 1983 in dieser Werkstatt auch als Böttcher gearbeitet hatte, waren es wiederum seine Söhne, besagte Joachim und Eckhard Paulick, die sämtliche Einrichtungsgegenstände und Werkzeuge der Böttcherei in einer Garage einlagerten und anstatt sie auf diversen Internetbörsen zu verkaufen, den Kontakt zur Radeberger Exportbierbrauerei und zum Schloss aufnahmen, um diese Zeugen historischer Handwerkskunst für die Nachwelt zu bewahren.
Dass das Schloss Klippenstein mit dem Erwerb der Böttcherei auch noch Glück hatte, das weiß Joachim Paulick dann auch noch zu berich-
ten. „Es gab auch seitens des Dresdner Stadtmuseums Interesse an der Werkstatt“, erklärt der ebenfalls gelernte Böttcher, „und eigentlich ist es einer terminlichen Überschneidung zu verdanken, dass sich die Böttcherei jetzt auf Schloss Klippenstein befindet.“

Text und Fotos: Red.


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