"die Radeberger" Heimatzeitung - Archiv



Onlineausgabe vom 24. Mrz 2011


Schlange stehen
vor Dresdens Toren?


Radeberg liegt im sogenannten Speckgürtel von Dresden und kurz gesagt: dies ist eine durchaus erfreuliche Tatsache. Denn viele Un-
ternehmen aus der Region und der großen Kreisstadt selbst parti-
zipieren vom Wirtschaftsstandort Dresden und pendeln täglich in die Elbmetropole. Auch Fachkräfte, welche sich in ländlichen Gebie-
ten wie Ullersdorf, Großerkmannsdorf oder Liegau-Augustusbad niederließen, führt der tägliche Arbeitsweg meist mit dem Auto in die Landeshauptstadt. So weit eine ganz normale Entwicklung.

Doch die Stadt Dresden hat da
ein Problem. Die Luft.


Diese ist nämlich aus Richtung Radeberger Land kommend entlang der Einflugschneise Bautzner Landstraße zu dreckig. Die Grenzwer-
te bei Feinstaub und Stickstoffdioxid werden hier weit überschrit-
ten und während die Stadt Dresden in Sachen NO2 noch auf einen Aufschub bis 2015 hofft, um die gemessenen Werte unter die zulässige Höchstgrenze zu drücken, muss das Problem mit dem Feinstaub im Jahr 2011 grundsätzlich gelöst werden. Und das könnte durchaus Folgen für Unternehmer und Berufspendler haben. „Denn selbst mit der möglichen Festlegung von Um-
weltzonen“, so die Information vom Umweltamt, „bleiben immer noch Abschnitte mit Über-
schreitungen entlang der Bautzner Landstraße übrig.“ Folglich müssten selbst bei Einführung solcher Umweltzonen noch ergänzende verkehrsorganisatorische Maßnahmen ergriffen wer-
den, um die Grenzwertüberschreitungen in den Griff zu bekommen. „Eine mögliche Maßnah-
me“, so das Dresdner Umweltamt, „wäre die Einführung von Pförtnerampeln.“ Diese sorgen quasi dafür, dass der Verkehrsfluss nach Dresden über die Länge der geschalteten Rot- und Grünphase dosiert wird. Im Klartext heißt das: Wird die Luft zu dick, wird vor den Toren Dres-
dens gewartet bis die Ampel wieder grün wird.
Für Pendler und Unternehmer eine nicht unbedingt angenehme Situation, denn bekanntlich ist Zeit ja auch Geld. Auf Anfrage ist jedoch aus dem Dresdner Rathaus zu erfahren, dass die Wartezeit an der Dosierungsanlage durch ein zügiges Vorankommen danach ausgeglichen werden soll. Endgültige Weisheit verschafft aber hier auch erst ein Praxistest. Weiterhin heißt es aus dem Rathaus, dass das Stauproblem als solches dadurch nicht gelöst, jedoch in andere Straßenabschnitte verlagert wird und dass eine gründliche Prüfung erforderlich ist, ob und wo konkret Dosierungsanlagen errichtet/geschaltet werden können und welche positive oder ne-
gative Auswirkungen diese haben. Momentan ist es noch keinesfalls so, dass definitiv fest-
steht, Pförtnerampeln bzw. Dosierungsanlagen zum Einsatz zu bringen. Als Möglichkeit, die Grenzwertbelastung zu senken, wird deren Einsatz jedoch in Erwägung gezogen.

Bleibt noch die Frage nach der Alternative.


Hierzu heißt es aus Dresden: „Kurz gesagt: Weniger Verkehr auf dem betroffenen Abschnitt, das heißt öffentlichen Nahverkehr, Park and Ride und Fahrrad nutzen. Für die Bautzner Land-
straße sind Alternativmaßnahmen vor dem Hintergrund, dass eine Umweltzone vermieden werden soll, jedoch sicher schwer zu finden.“
So weit zu den Tatsachen und es mag nun ein jeder sich selbst einen Reim darauf machen, welche Folgen daraus für das Umland von Dresden entstehen.
Als Träger öffentlicher Belange wurde auch die Stadt Radeberg mit dem Entwurf des Luftrein-
haltungsplanes der Stadt Dresden und den sich daraus zu ergebenden Maßnahmen wie Pfört-
nerampeln konfrontiert und um Stellungnahme gebeten.
Auszugsweise heißt es darin:
• Seitens der Stadt Radeberg bestehen zu diesem Entwurf große Bedenken.
• Die Stadt Radeberg befürwortet alle Maßnahmen für die Luftreinhaltung, unter der Bedin-
gung, dass genügend Alternativen für einen staufreien Verkehr vorhanden sind.
Wir möchten zu bedenken geben, dass die Landeshauptstadt Dresden als Oberzentrum nach dem Landesentwicklungsplan Sachsen eine Versorgungsfunktion für die Umlandgemeinden zu erfüllen hat. Diese kann nur erfüllt werden, wenn es eine gut funktionierende verkehrliche An-
bindung gibt…!
• Ohne weiteren Ausbau und attraktiverer Gestaltung des öffentlichen Personennahverkehrs sieht die Stadt Radeberg die Umsetzung der Maßnahmen zur Reduzierung der Verkehrsdichte in den Problembereichen der Landeshauptstadt Dresden sehr kritisch und kann diesen geplan-
ten Maßnahmen nicht zustimmen.
Es bleibt also abzuwarten, inwieweit die Landeshauptstadt Dresden die Einwände der großen Kreisstadt Radeberg berücksichtigt und ob Berufspendler eines Tages wirklich vor den Toren Dresdens Schlange stehen???
Text + Fotos: Red.


Händlerstammtisch plante 2011


Der erste diesjährige verkaufsoffene Sonntag war gerade vorbei, da trafen sich am 15. März ca. fünfzehn Radeberger Händler zum sogenannten Händlerstammtisch in der Label-Bar des Brauereiausschankes, zu welchem Thomas Tiebel als vorübergehender Handelsverantwort-
licher vom Gewerbeverein eingeladen hatte.
Im ersten Diskussionspunkt schätzten die anwesenden Händler die zurückliegenden diesjäh-
rigen gelaufenen Aktionen ein. Insbesondere positive Bewertung erhielt dabei die Valentins-
aktion, zu welcher auf dem Radeberger Markt von zwei Künstlern Figuren aus Eisblöcken ge-
schnitten wurden. Auf jeden Fall war man sich einig, diese Aktion auch im nächsten Jahr zu wiederholen.
Des Weiteren schätzten die Händler den verkaufsoffenen Sonntag vom 13. März mit einer gu-
ten Resonanz ein. Verbesserungswürdig wäre allerdings eine noch einheitlichere und geplan-
tere Organisation und Bewerbung dieses Tages. Daraus folgend auch der Entschluss, dass die Organisationszeit für den 3. April als verkaufsoffener Sonntag zu kurzfristig ist und sie ihn nicht nutzen können.
In der weiteren Diskussion der Planung für das Jahr 2011 wollen sich die Händler deshalb zum einen auf das Bierstadtfest konzentrieren und den verkaufsoffenen Sonntag am 9. Oktober intensiv vorbereiten.
Für die Weihnachtszeit kam wiederholt der Vorschlag der Überlegung, die Einkaufsnacht mit dem Radeberger Weihnachtsmarkt zu kombinieren, zumal auch hierfür ein verkaufsoffener Sonntag am 11. Dezember genehmigt wurde. Diese Entscheidung ist jedoch auf einen späte-
ren Zeitpunkt eines Händlerstammtisches vertagt worden.
In einem letzten Diskussionspunkt ging es vorwiegend um die Problematik der innerstädti-
schen Belebung mit Handel, geschuldet, so Thomas Tiebel, der anstehenden Erweiterung und des Neubaus des EDEKA-Marktes der Generationen, worin er eine einpolige Verschiebung der Kundenströme zu Gunsten des oberen Stadtzentrums um die Oberstraße und Markt sieht. Dringend notwendig wäre ein Gegenpol mit Handel, z. B. im unteren Teil des Zentrums auf dem ehemaligen Druckereigelände gegenüber des Kaiserhofes. Allerdings hält er die derzeiti-
gen Ideen eines Parkes bzw. eines Kindergartens auf diesem Gelände für nicht gerade güns-
tig. Zumal er ja entlang der Hauptstraße noch weitere Möglichkeiten der Etablierung von grö-
ßeren Handelsobjekten wie beispielsweise die Freifläche der vor kurzem abgerissenen alten Häuser auf der Külz-Straße sieht bzw. das Gelände der Harmonie an der Ecke Hauptstraße/
Obergraben oder das Objekt des ehemaligen Eisenwarenladens, wo derzeitig das AWO-Mö-
belprojekt ist. Insbesondere zu diesen letzteren Punkten wünschten sich die anwesenden Händler in einer der nächsten Händlertreffs ein Gespräch mit dem zuständigen Wirtschafts-
referenten der Stadt Radeberg.
Text: Red.


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