"die Radeberger" Heimatzeitung - Archiv



Onlineausgabe vom 7. April 2011


Frühlingserwachen überall


Der Frühling kommt. Und mit ihm bekannter Weise auch die ersten Frühblüher wie Schnee-
glöckchen, Märzenbecher oder Krokus. Die Sonne lässt das Thermometer klettern und zieht Kind und Kegel wieder raus in die Natur. In Liegau- Augustusbad gestaltete sich die Situation jedoch ein klein wenig anders. Nicht, dass hier die lang ersehnten wärmenden Sonnenstrahlen ausblieben, keinesfalls. Aber der Frühling kam hier nicht nur in Form einer erwachenden Natur, sondern brachte gleich noch mehrere Hänger Schrauben, Bolzen, Ketten, Sägen und Holz mit.
Holz, über das sich die Eltern der Initiative „Ein Spielplatz für Liegau“ besonders freuen. Denn seit letzter Woche Dienstag entsteht unter den geschickten Händen der Spielplatzbauer und -bauerinnen auf dem Gelände gleich neben der neuen Feuerwehr ein wunderbares Klettergerüst. „Wenn alles gut läuft, können wir vielleicht schon im April den Kindern das Spielgerät zugängig machen“, erzählt Ramona Stahl von der Initiative. Doch bis es so weit war, dass das Spielgerät aufge-
baut werden konnte, waren von den Eltern jede Menge Stei-
ne aus dem Weg zu räumen. Am Anfang stand im Winter 07/08 nur die Idee, Liegaus Kinder brauchen einen Spielplatz. Es fehlte jedoch an Geld und auch ein geeignetes Gelände wurde noch gesucht. Letzteres konnte nach einigen Gesprä-
chen mit dem Ortschaftsrat die Gemeinde zur Verfügung stel-
len und auch in punkto Finan-
zen wusste die Initiative sich zu helfen. Es wurden Benefiz-
veranstaltungen und Kuchen-
basare organisiert, ein Spen-
denaufruf gestartet und eine Internetpräsens erstellt. Was nun folgte waren unzählige Arbeitseinsätze der Eltern ge-
meinsam mit ihren Kindern, bis das Gelände langsam und Stück für Stück den Charakter eines Spielplatzes annahm. Mittlerweile sind die Stempel des Spielgerätes einbetoniert und auch das Gelände modelliert. „Von uns wird nun noch der Fallschutzkies unter dem Spiel-
gerät eingebracht und letzte Erdarbeiten werden noch verrichtet“, erzählt die dreifache Mutter weiter, „und wenn dann der TÜV noch alles absegnet, könnten tatsächlich im April die Kinder schon auf ihren neuen Spielplatz.“ Bis es so weit ist, freuen sich die Eltern über jede weitere Spende, da das vorhandene Geld zwar für das große Spielgerät reicht, aber es sollen für die Kinder ja noch weitere kleine, hölzerne Überraschungen folgen.
Wer also die Initiative unterstützen möchte, findet alle Informationen im Internet unter www.ein-spielplatz-fuer-liegau.de
Spendenkonto:
Empfänger: Stadt Radeberg - Verwendungszweck: „Spende Spielplatz Liegau“
Kto.-Nr.: 3000160085 - BLZ: 85050300 - Ostsächsische Sparkasse Dresden

Text und Fotos: Red.


Öffnen oder nicht?


Vor dieser Frage steht momentan der Vereinsvorsitzende des Karswaldbad Arnsdorf e.V., Jens Duttge, und denkt dabei an das 1934 eingeweihte Arnsdorfer Bad. Ein jahrelang gehegter Wunsch ging damals für die Arnsdorfer in Erfüllung und selbst unter zwei Diktaturen wurde der Bäderbetrieb immer aufrechterhalten. Doch derzeit haben Verein und Chef große Sorgen. Denn die Übernahme der Kosten für die Schwimmmeister in der anstehenden Saison ist noch nicht geklärt und die gestiegenen Betriebs- und Nebenkosten bereiten dem Verein ebenfalls Kopf-
zerbrechen. Doch damit noch nicht genug, denn für die täglich anfallenden Vorbereitungsar-
beiten des Badebetriebes wird Unterstützung benötigt. „Wir sind als Betreiber des Bades auf die Hilfe ehrenamtlicher Mitarbeiter und auf sogenannte 1-Euro- Kräfte angewiesen“, erklärt Vereinschef Duttge, „doch im Bezug auf letztere ist durch das Landratsamt noch nicht ent-
schieden. Dass der Verein nicht gerade im Geld schwimmt, auf Spenden angewiesen ist und in der Vergangenheit immer wieder finanzielle Sorgen hatte, ist auch für Arnsdorfs Bürgermeiste-
rin, Martina Angermann, nichts Neues. Doch gemeinsam hatte man es immer wieder geschafft, den Badebetrieb aufrechtzuhalten. „Diese Saison“, ist Duttge sich sicher, „könnte es jedoch eng werden.“ Traurig ist dies auch vor dem Hintergrund, dass der Verein in diesem Jahr sein 10-jähriges Jubiläum feiert. Denn nachdem sich im Jahr 1998 die Gemeinde als Betreiber aus finanziellen Gründen zurückziehen musste, hatte sich 2001 der Verein gegründet, um das drohende Aus zu verhindern. Bis jetzt recht erfolgreich, denn Veranstaltungen wie Badfest, Lebend-Mensch-ärgere-dich-nicht oder Zeltlager hatten neben dem Badebetrieb immer wieder für Publikum gesorgt. Sicher ist, dass der weitere Betrieb des Freibades nicht nur im Interesse des Vereines liegt, sondern der Allgemeinheit, insbesondere der Arnsdorfer Bevölkerung und seiner Ortsteile. „Es ist für uns unvorstellbar“, so Duttge abschließend, „dass die Kinder des angrenzenden Kindergartens, die über einen eigenen Eingang ins Bad verfügen und vor dem täglichen Badebetrieb hier das Schwimmen lernen, eines Tages in ein leeres Becken schauen sollen.“ Bleibt zu hoffen, dass sie es auch dieses Mal wieder schaffen, die Männer und Frauen vom Karswaldbad Arnsdorf e.V.

Der Zweck des Vereins ist die Förderung und der Ausbau des Bades als Sportlich-kulturelle Einrichtung für den angrenzenden Kindergarten, Schulsport, Therapie für geistig- und körper-
behinderte Patienten aus dem nahe gelegenen Krankenhaus und natürlich auch für die Arns-
dorfer und seine Gäste. Um diese Ziele umsetzten zu können, ist der Verein jedoch auf Spen-
den angewiesen. Wer an dieser Stelle unterstützen möchte, findet alle Informationen unter www.karswaldbad-arnsdorf.com

Spendenkonto: Ostsächsische Sparkasse Dresden - BLZ 85050300 - Kto-Nr. 3110012960

Bezug nehmend auf den Besuch des sächsischen Innenministers Markus Ulbig gemeinsam mit Aloysius Mikwauschk (MdL) in Arnsdorf am 23. August letzten Jahres und in Anbetracht vorste-
hender Problematik haben wir uns als Heimatzeitung sowohl mit dem Innenministerium als auch mit dem Landtagsabgeordneten Aloysius Mikwauschk in Verbindung gesetzt. Während dieses Besuchs im letzten Jahr wurde das Gespräch mit den ortsansässigen Vereinen gesucht, um sich ein Bild von deren Sorgen und Problemen zu machen. Dass bei einer solchen Ge-
sprächsrunde weder ein Staatsminister noch ein Landtagsabgeordneter sofort für alle Belange oder Probleme der Vereine eine Lösung aus dem Hut zaubern kann, ist durchaus nachvollzieh-
bar. Aber es wurde in akuten Fällen eventuelle Hilfe in Aussicht gestellt.
Mit den Sorgen und Nöten des Karswaldbad Arnsdorf e.V. konfrontiert, war nun aus dem Innenministerium folgendes zu erfahren.
Zitat:
Sie beschreiben in Ihrem Artikel eine für den Ort und den Verein sicher schwierige Situation. Gleichzeitig weisen Sie darauf hin, dass Sie mit dem Abgeordneten noch mal sprechen werden. Das ist sicher auch die richtige Adresse. Ein Abgeordneter kann sich bei den zuständigen Ressorts für seine Region stark machen. Als Innenministerium haben wir mit dieser Art der Förderung nichts zu tun. Für Vereinsförderung sind wir einfach nicht zuständig. Im konkreten Fall ist es aber so, dass es in allererster Linie Sache der Gemeinde ist, darüber zu entscheiden, ob sie den Verein, der das ehemals kommunale Bad betreibt, in geeigneter Weise unterstützen möchte. Prioritätssetzungen dieser Art können nicht Aufgabe der Landespolitik sein.
Zitat Ende
Dem Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten Aloysius Mikwauschk und den Worten von Landrat Michael Harig auf einem Diskussionsforum in Arnsdorf war zu entnehmen, dass sich beide Politiker dieses Problems annehmen wollen und ihre Möglichkeiten einer eventuellen Hilfe im Detail prüfen werden. Konkret angesprochen wurde zum Beispiel die Erstbefüllung des Badebeckens, welche rund 3.500,- Euro kostet und bis dato vom Sächsischen Krankenhaus Arnsdorf, also dem Freistaat, übernommen wurde. Im Gegenzug erhielten Patienten kosten-
freien Eintritt. Weggefallen war die Übernahme der Kosten für die Erstbefüllung durch den Freistaat im Zuge von Sparmaßnahmen. Weiterhin kam die Problematik bezüglich der vom Bad benötigten 1 Euro Kräfte zur Sprache. Hier wurde von Landrat Michael Harig eine Prüfung möglicher Hilfe versprochen.
Text und Foto: Red.


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