"die Radeberger" Heimatzeitung - Archiv



Onlineausgabe vom 28. April 2011


Idealfall für Wachaus Zukunft


Die Rahmenbedingungen sind genauestens vorgegeben und der Bürgermeister der Gemeinde Wachau, Veit Künzelmann (CDU), kennt diese in und auswendig. Auch eventuelle Folgen bei Nichteinhaltung dieser Bedingungen sind ihm bestens bekannt.

Die Rede ist hier von den zu erfüllenden Vorgaben des Freistaates, um die Selbstständigkeit einer Gemeinde zu erhalten. Im Fall Wachau bedeutet das konkret: Bis zum Jahr 2015 muss die Gemeinde nachweisen, dass im Jahre 2025 mindestens 5.000 Einwohner in ihr leben, ansonsten droht nach 2015 die Zwangseingemeindung. Und hier ist sich Bürgermeister Kün-
zelmann sicher: „Wenn wir rechnerisch die 5.000er Grenze im Jahr 2025 unterschreiten, dann werden wir zu Radeberg geschlagen.“ Doch genau wie Arnsdorf will auch die Gemeinde Wachau die Selbstständigkeit nicht einfach aufgeben und es stellt sich die Fra-
ge: Will man nur noch große Städte oder leistungsfähige ländliche Großgemeinden mit einer effizienten Verwaltungsstruktur. Im Fall Wachau kommt für Künzelmann nur die letztere Vari-
ante in Frage. Doch die Zahlen und Fakten sowie die demografische Entwicklung erlauben momentan nur einen anderen Schluss.

Rein rechnerisch 2025 nur noch 4.000 Einwohner
in Gemeinde Wachau


Denn derzeit hat Wachau einen Be-
völkerungsrückgang von 8 % zu verzeichnen gegenüber dem Stand vom Jahr 2000 und das trotz mehr Geburten als Sterbefällen. Der Grund hierfür liegt hauptsächlich im Weg-
gang junger Menschen, allen voran junge Frauen. Legt man nun die der-
zeitige Einwohnerzahl von 4400 Bürgerinnen und Bürgern in der Gemeinde zugrunde und unterstellt, einen Bevölkerungsrückgang, der dem der letzten 10 Jahre entspricht, so zählte die Gemeinde Wachau im Jahre 2025 noch rund 4000 Einwoh-
ner. Die 5.000er Grenze wäre somit weit unterschritten und eine Einge-
meindung nach Radeberg quasi un-
umgänglich.

Alternative auf Augenhöhe


Doch es gibt auch noch eine Alternative, einen Plan B: Die Bildung einer Ländlichen Großge-
meinde. In der „Gemeindefusionsküche“ wird derzeit schon kräftig in den Töpfen gerührt.
Konkret finden momentan Gespräche mit den Gemeinden Lichtenberg und Großnaundorf statt. Doch um die Eingemeindung nach Wachau zu realisieren, müssten die Ortschaften aus der Verwaltungsgemeinschaft Pulsnitz herausgelöst werden. „Keine einfache Aufgabe“, weiß Kün-
zelmann, „aber machbar. Doch selbst wenn wir uns als Gemeinden einig sind, das letzte Wort spricht an dieser Stelle die Rechtsaufsicht des Landkreises Bautzen und das sächsische Innen-
ministerium.“ Die Vorteile einer solchen ländlichen Großgemeinde liegen für den Bürgermeister klar auf der Hand: „Für Wachau wäre es der Idealfall, denn mit Lichtenberg und Großnaundorf kämen wir auf ungefähre 7.200 Einwohner und auf eine flächenmäßige Ausdehnung von rund 70 Quadratkilometern“, erklärt Künzelmann weiter, „eine Zwangseingemeindung wäre somit langfristig vom Tisch.“ Und er streicht gleich noch einen anderen Vorteil dieser Großgemeinde hervor: „Alle Ortsteile sind von den Einwohnerzahlen her betrachtet ungefähr gleich groß. Man begegnet sich sozusagen auf einer Augenhöhe als gleichberechtigte Partner.“ Und das ist für Künzelmann allemal besser als irgendwo das 5. Rad am Wagen zu sein.
Text: Red. – Grafik: Gemeinde Wachau


Nachgehakt


Wann bekommt Liegau
sein neues Löschfahrzeug?


41, 31 und 30 Jahre sind sie alt, die Fahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr Liegau-Augustus-
bad. „Und geht man bei der veranschlagten Betriebszeit eines Einsatzfahrzeuges von mindes-
tens 20-25 Jahren aus“, so der Wehrleiter Bernd Großmann, „dann sind unsere Fahrzeuge durchaus als Veteranen zu betrachten.“ Momentan funktioniert die Technik in und auf den Fahrzeugen, auch wenn diese schon äußerst betagt ist, noch zuverlässig. „Nicht zuletzt durch die liebevolle Pflege und Wartung von unseren Kameraden“, berichtet Großmann nicht ohne Stolz weiter. Viele Arbeitsstunden steckt die Liegauer Wehr jährlich in den Erhalt der Einsatz-
fahrzeuge. 1992 und 1995 hatten die Kameraden von ihrer Partnerwehr in Aschheim das 41 Jahre alte Löschfahrzeug (ohne Löschwassertank!) und den 31 Jahre alten Rüstwagen über-
geben bekommen. Viele Jahre hatten die Fahrzeuge bereits in Aschheim Dienst geleistet bevor diese nach Liegau kamen, um an ihrem Standort in Sachsen ihre Bestimmung zu erfüllen. Doch mittlerweile häufen sich die Probleme. Der Grund: Die Beschaffung von Ersatzteilen für Fahr-
zeuge dieses Alters wird immer schwieriger. Notwendige Reparaturen sind oft mit dem kosten-
aufwendigen Kauf ganzer Reparatursätze verbunden. Doch dies ist nicht der Grund allein, warum die Liegauer Kameraden ein neues Löschfahrzeug brauchen. „Voll besetzt“, so Bernd Großmann, „gehen die Motoren unserer Fahrzeuge regelrecht in die Knie. Berge wie der ‚Weiße Müllerberg’ oder der ‚Lotzdorfer Berg’ stellen die Fahrzeuge vor eine regelrechte He-
rausforderung und nicht zuletzt werden dadurch auch Rettungsfristen gefährdet.“ Ein weiteres wichtiges Kriterium ist in der Alarm- und Ausrückeordnung die mitgeführte Menge an Lösch-
wasser. Im Falle von Liegaus Wehr ist dies jedoch nicht möglich, da Liegau über kein Lösch-
fahrzeug verfügt, welches einen Wassertank hat. Die Fakten für die Notwendigkeit der An-
schaffung eines modernen Löschfahrzeuges mit Wassertank liegen also klar auf der Hand.

Am 13. April tagte nun der Ortschaftsrat der Gemeinde Liegau-Augustusbad. Anwesend war auch Oberbürgermeister Gerhard Lemm und es gab Anfragen seitens der Ortschaftsräte be-
züglich der geplanten Anschaffung eines neuen Löschfahrzeuges. Die Antwort jedoch sorgte, salopp gesagt, für lange Gesichter. Denn, so war von OB Lemm zu erfahren, dieses und vo-
raussichtlich auch nächstes Jahr wird es wohl nicht zur Anschaffung eines neuen Fahrzeuges kommen. Dabei kann man aber weder Lemm noch der Stadt Radeberg einen Vorwurf machen. Denn diese hat ihrerseits die benötigten Eigenmittel für die Anschaffung in den Doppelhaus-
halt mit aufgenommen. Seitens des Landkreises jedoch, so war auf der Ortschaftsratsitzung weiterhin zu erfahren, gibt es dieses Jahr keine Fördermittel mehr und Radeberg bzw. Liegau befindet sich auf einer sogenannten Prioritätenliste nicht unbedingt auf den ersten Plätzen. Wir als Radeberger Heimatzeitung haben bezüglich dieses Sachverhaltes bei der zuständigen Stelle des Landratsamtes Bautzen nachgefragt und folgende Antwort erhalten:
Zitat:
Durch das Amt für Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz wurde auf Grundlage der Förderrichtlinie Feuerwehrwesen im Freistaat Sachsen eine „Prioritätenliste 2011“ erstellt. Diese Prioritätenliste ist am 10.01.2011 mit dem Vorstand des Sächsischen Städte- und Ge-
meindetag (SSG), Kreisverband Bautzen e.V. abgestimmt worden. Es wurde hierzu das Einver-
nehmen hergestellt.
Die Landesdirektion Dresden hat für das Haushaltsjahr 2011 dem Landkreis Bautzen Kassen-
mittel in Höhe von 1.296.171,54 €, davon 2% (25.923,43 €) für Landkreismaßnahmen für die Förderung von Investitionen im Brandschutz zur Verfügung gestellt. Zudem können Verpflich-
tungsermächtigungen zu Lasten des Haushaltsjahres 2012 bis zu einer Höhe von 538.989,52 €, davon 2% (10.779,79 €) für Landkreismaßnahmen eingegangen werden.
Gegenüber dem Jahr 2010 sind dies ca. 1,3 Mio € weniger!
Von den Städten und Gemeinden im Landkreis Bautzen liegen 14 Anträge (2,6 Mill. €) für den Bau/Sanierung von Gerätehäusern, 32 Anträge (1,9 Mill. €) für die Anschaffung von Fahrzeu-
gen und 40 Anträge (478 T€) für Schutzausrüstung und feuerwehrtechnische Ausrüstung vor.
Davon werden der Abschluss der Baumaßnahme Feuerwehrhaus in Liegau-Augustusbad sowie der Beginn der Baumaßnahmen Errichtung Feuerwehrhaus Königswartha und Ohorn finanziell mit 560.000 € untersetzt. Im Bereich der Beschaffung von Feuerwehrfahrzeugen können in diesem Jahr zwei Maßnahmen untersetzt werden:
– Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF 20/16 Berufsfeuerwehr Bautzen sowie ein
– Tragkraftspritzenfahrzeug Wasser TSF/W für die Gemeindefeuerwehr Burkau

Alle Anträge der Gemeinden für Schutzausrüstung und feuerwehrtechnische Ausrüstung werden gefördert.
Damit sind die zur Bewirtschaftung ausgereichten Mittel für das Jahr 2011 vollständig nach den höchsten Prioritäten in Abstimmung mit dem SSG Kreisverband Bautzen e. V. aufgeteilt.
Allein durch die Baumaßnahmen sind die Verpflichtungsermächtigungen aufgebraucht.
Es ist festzustellen, dass für die weitere Absicherung der Einsatzbereitschaft im Bereich der Ortsfeuerwehren die Anschaffung von Lösch- und Sonderfahrzeugen forciert werden muss.
Durch das Sächsische Staatsministerium des Innern wurde informiert, dass gegenüber der Bereitstellung von Fördermitteln im Jahr 2011 diese Summe um 4 Mio € auf 20 Mio € erhöht werden soll. Demzufolge erwarten wir eine Erhöhung der Kassenanschläge für das Jahr 2012.
Diese Situation wurde bereits mit dem Vorstand des SSG Kreisverband Bautzen e.V. bespro-
chen. Es ist angedacht, im Jahr 2012 die beiden genannten Baumaßnahmen fortzuführen, im Bereich der Ausrüstungen nur noch die persönliche Schutzausrüstung zu fördern und die übri-
gen finanziellen Mittel für die Abarbeitung der geplanten Investitionen im Bereich Fahrzeug-
beschaffungen einzusetzen.
Inwieweit die Abarbeitung der Problemstellungen in der Stadt Radeberg im Rahmen der Prio-
ritätenliste 2012 gelingt, ist bis zum Ergebnis der Abstimmung mit dem SSG Kreisverband Bautzen e.V. abzuwarten.        Zitat Ende
Text: Red.


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