"die Radeberger" Heimatzeitung - Archiv



Onlineausgabe vom 19. Mai 2011


Auf den Spuren der Ahnen


Es ist ein ganz normaler Vorgang. Alle Baumaßnahmen, welche in den Boden eingreifen, lan-
den in Sachsen auf einem Schreibtisch im Landesamt für Archäologie. Das Prozedere ist sozu-
sagen ein Teil des Genehmigungsverfahrens und an sich nichts Außergewöhnliches. Auch die geplante Ausbaumaßnahme zur Erweiterung der Mittelschule Ludwig Richter in Lotzdorf stellt da keine Ausnahme dar. Und das aus gutem Grund. „Denn das Areal des Erweiterungsbaus liegt unweit von ausgedehnten Gräberfeldern aus dem Zeitraum von der späten Bronzezeit bis zur frühen Eisenzeit (etwa 800 Jahre vor Christus)“, weiß der Gebietsreferent der Oberlausitz des Landesamtes für Archäologie, Dr. Stefan Krabath, zu berichten. In seiner Zuständigkeit liegen die Abwicklungen archäologischer Grabungen, so auch im Radeberger Land. „Die Be-
stattungsplätze in der näheren Umgebung der Schule sind bereits seit über einhundert Jahren bekannt, doch bislang fehlten uns die dazugehörigen Siedlungen.“ Auch zahlreiche Untersu-
chungen in den 60er Jahren auf der Liegauer Flur brachten zwar ähnlich gelagerte Funde zum Vorschein, jedoch keine Hinweise auf eine frühe Besiedlung. Im Vorfeld der geplanten Erdar-
beiten an der Mittelschule Ludwig Richter in Lotzdorf führte nun Grabungstechniker Christof Schubert vom Landesamt für Archäologie eine Probegrabung durch.












Urnengräber der späten Bronzezeit bis zur frühen Eisenzeit (etwa 800 Jahre vor Christus) belegen die frühzeitige Besiedlung der Liegauer und der Lotzdorfer Flur

Im Vordergrund dieser Untersuchung stand die Frage nach der Erhaltung archäologischer Denkmalsubstanz auf dem Baugrundstück. Und tatsächlich wurde Schubert auf dem Schulge-
lände fündig. „Durch die Untersuchung konnten die Überreste einer Siedlung nachgewiesen werden. Neben verfüllten Gruben, den Standorten von ehemaligen Hauspfosten, konnten Gru-
ben zur Entnahme von Lehm für den Hausbau sowie Haushaltskeramik und ein den Komplex umschließender Graben nachgewiesen werden“, berichtet Gebietsreferent Krabath weiter. Im Rahmen der sich nun anschließenden Ausgrabung wird dort, wo durch den Bau in den Boden eingegriffen wird, das Bodendenkmal dokumentiert, bevor es der Baugrube des geplanten Er-
weiterungsbaus weichen muss. Interessant könnten diese Arbeiten auch für die Schüler der Ludwig-Richter-MS werden. „Denn falls die Baumaßnahmen bzw. die Grabungen in die Schul-
zeit fallen sollten“, so weiterführende Informationen vom Landesamt für Archäologie, „werden wir natürlich die Schüler nach Möglichkeit an den Arbeiten teilhaben lassen.“ Vorstellbar wäre dies im Rahmen von Führungen, bei denen die Arbeit der Archäologen den Schülerinnen und Schülern erklärt wird. Um die Grabungen zügig voran zu treiben und den terminlichen Ablauf des Erweiterungsbaus nicht zu gefährden, hatten die Stadtväter auf ihrer letzten Sitzung be-
reits vorsorglich zusätzliche finanzielle Mittel in den Haushalt aufgenommen, da laut sächsi-
schem Denkmalsschutzgesetz der Grundstückseigner, im Falle der Ludwig-Richter-MS also die Stadt Radeberg, an den Grabungskosten beteiligt werden kann. Auf Anfrage beim Presse-
sprecher der Stadt Radeberg, Herrn Jürgen Wähnert, war zu erfahren, dass sich nach derzei-
tigem Sachstand der zeitliche Ablauf der Bauarbeiten an der Ludwig-Richter-MS durch die ar-
chäologischen Grabungen nicht verzögern werde.
Text: Red., Fotos: Copyright Landesamt für Archäologie/Bilder C. Schubert


Traum vom
Trauen wird wahr


Radeberg bekommt eine neue Standesbeam-
tin. Ihr Name ist Heike Voigt und sie kann sich ihre neue Arbeit im Radeberger Standesamt gut vorstellen, da sie es als vielfältiges und interessantes Aufgabengebiet sieht. Seit 19 Jahren ist sie nun schon Standesbeamtin, ob-
wohl sie es sich hätte nie denken können, dass sie einmal diesen Beruf ausüben wird.

Überreichung der Bestellungsurkunde
an die neue Standesbeamte Heike Voigt (Mitte) von Oberbürgermeister
Gerhard Lemm (rechts) im Beisein
von Brigitte Pellmann (links)


Im kommenden Monat wird sie Frau Pellmann als Standesbeamtin ablösen und den weiteren Aufwärtstrend vom Heiraten direkt mitverfolgen können, der sich seit kurzem bemerkbar macht. „Von dem Datum 11.11.11 als Hochzeitstag sollte man nicht zu viel erwarten, solche Daten sind in letzter Zeit nicht mehr so anziehend für Heiratswillige. Wer allerdings ein lustiges, sich zugleich leicht zu merkendes Datum aussucht, hat sicher seinen Spaß dabei, denn an diesem Tag ist gleichzeitig Faschingsbeginn. Man darf bei der ganzen Sache aber nicht den Ernst vergessen“, fügte sie noch hinzu. Wie groß der An-
sturm auf diesen Tag wirklich sein wird, ist schwer einzuschätzen und bleibt abzuwarten.
Foto und Text: Praktikantin Sophie Chlupka


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