"die Radeberger" Heimatzeitung - Archiv



Onlineausgabe vom 1. September 2011


Aufgeschoben ist nicht aufgehoben


Momentan steht er noch still, der Bagger am Großerkmannsdorfer Erbgericht. Doch eigentlich handelt es sich bei dieser unfreiwilligen Pause nur um einen Aufschub – um eine Art Galgenfrist für das historische Gebäude. Denn der Abriss der maroden und einsturzgefährdeten Gaststät-
te mit dem großen Saal ist bereits beschlossene Sache. Seit Anfang August sollten sich die Ab-
rissbagger durch die Reste des einstigen kulturellen Zentrums von Großerkmannsdorf arbeiten und es Stück für Stück abtragen. Doch vorbereitende Arbeiten brachten einen Fund zutage, mit dem so niemand gerechnet hatte. Schlacke liegt in den Fußböden und Decken zwischen den Balken und nach geltendem Recht ist diese,
im Falle einer Kontamination mit Schwerme-
tallen oder Sulfaten, als Sondermüll zu entsorgen und darf nicht mit dem eigentlichen Bauschutt vermengt werden. Ein Fakt, der nun die ei-
gentlichen Abrissarbeiten verzögert hatte und zugleich auch für Mehr-
kosten sorgt. „Wie hoch diese Mehr-
kosten sein werden, können wir mo-
mentan noch nicht genau sagen“, erklärt Stadtsprecher Jürgen Wäh-
nert, „fest steht aber, dass im Er-
gebnis der Laboruntersuchungen eine erhöhte Sulfatkonzentration in der Schlacke bescheinigt wurde.“

Noch 1995 einhundertjähriges Bestehen
des Gasthofes gefeiert


Doch wie war es überhaupt zu solch einem Verfall des Erbgerichtes gekommen? Noch 1995 hatten die Großerkmannsdorfer hier das einhundertjährige Bestehen ihres Gasthofes gefeiert und auch die Feierlichkeiten anlässlich des Jubiläums 650 Jahre Großerkmannsdorf im Jahr 2003 fanden noch in dem großen Saal statt.
Leben war also noch in dem Gebäude, jedoch in immer größeren Abständen und bereits 1995 war in der Festboschüre zu lesen: „Der Saal ist in einem bedauernswerten Zustand. Einst gehörte er zu den schönsten Sälen der Umgebung mit einer prunkvollen Ausstattung und ver-
schwenderischen Stuckdekorationen.“ „Mein Ziel war es damals“, so Ortsvor-
steher Harry Hauck, „das Erbgericht wieder zum kulturellen Zentrum von Großerkmannsdorf zu machen.“ Ein erstes Vorprojekt dazu hatte es bereits gegeben. 3 Mio. D-Mark hätte die In-
standsetzung des Erbgerichtes in den Nachwendejahren gekostet. „Doch das Geld für den Gasthof war nicht da beziehungsweise benötigten wir es dringender in unseren sozialen Ein-
richtungen, und um Straßen und Kanäle zu sanieren. 2004 folgte dann der Verkauf des mittler-
weile leer stehenden Gasthauses an einen Investor aus Stuttgart, verbunden mit der Hoff-
nung und dem Wunsch, es wird ein Interessent für das Erbgericht gefunden.
Doch es blieb bei den Hoffnungen und Wünschen. Der Interessent blieb aus und der Verfall nahm weiter zu. Verbunden mit diesem Verkauf war aber auch eine Sanierungs-
pflicht. Doch da dieser niemand so recht nachkam und das Gebäude mittlerweile in einem erbärmlichen Zustand ist, wur-
de auf Beschluss des Großerkmanns-
dorfer Ortschaftsrates im vergangenen Jahr der Verkauf rückabgewickelt und von der Stadt Radeberg der Abriss in diesem Jahr beauftragt. 111 Jahre Dorf-
geschichte und Kultur werden alsbald verschwunden sein. Was bleibt sind die Erinnerungen und alte Fotos.
Text und Fotos: Red.


Brückenprojekt des Lionsclubs
Radeberg nimmt weiter Fahrt auf


Es ist ein Projekt, was in un-
serer Region einmalig sein dürfte. Die Rede ist vom Brü-
ckenprojekt Schule und Wirt-
schaft der Radeberger Lions-
freunde. Ursprünglich vom Ge-
werbeverein Radeberg initi-
iert, hatte der Lionsclub mit einer Art Task force das Vor-
haben vor einiger Zeit über-
nommen und es seitdem ste-
tig ausgebaut. Ziel dieses Projektes ist es, Jugendlichen und Eltern den Blick für Berufs-
perspektiven in der Heimat-
region Radeberg zu schärfen und, ebenso wichtig, die rich-
tigen Ansprechpartner zu vermitteln. So wird beispielsweise mit Betriebspräsentationen das Kennenlernen der regionalen Unternehmenslandschaft zielgruppenorientiert ermöglicht und Betriebserkundungen für Schüler und für Lehrer organisiert. Die Vortragsreihe „Berufe in und um Radeberg“ zeigt den Jungen und Mädchen, welche Ausbildungen mit welchen Inhalten in den Unternehmen der Stadt und der Umgebung vorhanden sind. Mit Hilfe von Kooperations-
verträgen zwischen Schulen und Unternehmen soll die Berufs- und Studienorientierung an all-
gemeinbildenden Schulen mit Unterstützung der regionalen Unternehmen erfolgreich realisiert
werden. Ein hochgestecktes Ziel, das jedoch Stück für Stück Rea-
lität und auch für Schüler, Eltern und Unternehmer immer greifba-
rer wird. So zum Beispiel am Mittwoch vergangener Woche in Ra-
deberg. Hier hatte die AOK-Filiale im Rahmen der Kooperations-
verträge ihre Türen für angehende Auszubildende geöffnet. Ein-
blicke gab es während dieses „Azubitages“ in die Ausbildungs-
möglichkeiten in dem Unternehmen. Aber auch Tipps zum richti-
gen Auftreten bzw. zum passenden Outfit bei Bewerbungsge-
sprächen sowie die Möglichkeit, kostenlos Bewerbungsfotos zu machen, wurden den Berufsstartern geboten. Text/Fotos: Red.


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