"die Radeberger" Heimatzeitung - Archiv



Onlineausgabe vom 27. Oktober 2011


Ab Sonntag gehen die Uhren
wieder normal


Seit dem 27. März diesen Jahres haben wir sie, die Sommerzeit. Dabei wurden die Uhren um
1 Stunde von 2 Uhr auf 3 Uhr vorgestellt. Die Nacht war also eine Stunde kürzer und der Bun-
desbürger eben um jene Stunde des nächtlichen Erholungsschlafes beraubt. Doch das hat nun ein Ende. Denn ab Sonntag hat Deutschland seine Winter- beziehungsweise Normalzeit wie-
der zurück. Dann wird nämlich die Uhr um 1 Stunde zurückgestellt, von 3 Uhr auf 2 Uhr, und die Nacht demzufolge wieder eine Stunde länger.
Doch warum eigentlich dieses Hin und Her, eine Stunde vor – eine Stunde zurück? Die der-
zeit gültige Regelung für die Zeitumstellung von der Nor-
malzeit (auch als Winterzeit bezeichnet) auf die Sommer-
zeit wurde in Deutschland im Jahr 1980 eingeführt. Ziel war es damals, durch die bessere Nutzung des Tageslichtes Energie einzusparen.
Die Gründe dafür waren recht simpel und aus damaliger Sicht auch verständlich. Zum einen wirkte die Ölkrise Mitte der 80er Jahre noch nach. Zum anderen hatten die europäischen Staa-
ten bereits die Zeitumstellung eingeführt, nur die DDR und die BRD stellten sich bis 1979 quer, beugten sich aber 1980 dem Druck des europäischen Auslandes.

Doch was hat es nun gebracht, das Drehen an der Uhr?


Nachgewiesener Weise gar nichts. Denn obwohl man während der Sommerzeit abends elek-
trisches Licht spart, steigt der Gesamtbedarf an Energie sogar noch an. Das liegt daran, dass in den kalten Monaten wie beispielsweise März, April und auch September, Oktober aufgrund der Zeitverschiebung morgens mehr geheizt wird.
Und auch der Mensch hat mit der Umstellung so seine Probleme. Rund 4 bis 14 Tage dauert es, bis der Bio-Rhythmus wieder im Takt ist und man fit aus dem Bett springt. Übrigens: Russland und auch die Mongolei haben dieses „Am Zeiger drehen“ schon längst abgeschafft.
Text und Fotos: Red.


Winterdienst


Vorbereitungen in den Städten und Gemeinden
laufen auf Hochtouren


Eins ist sicher, der Winter kommt. Und mit ihm wieder Schnee, Glätte und das alljährlich wie-
derkehrende Verkehrschaos, sobald Frau Holle zum ersten Mal ihre Betten so richtig aufschüt-
telt. Wie gut oder schlecht es Väterchen Frost und Frau Holle in diesem Winter mit uns meinen, das liegt ganz im Auge des Betrachters. Denn während sich die Kinder über einen langen und schneereichen Winter freuen, stellt die weiße Pracht, falls zu reichlich vorhanden, den öffent-
lichen Verkehr sowie die Städte und Gemeinden vor eine enorme logistische und nicht zuletzt auch vor eine finanzielle Herausforderung. So wie letzten Winter beispielsweise. Wochenlang hatte Schnee das Radeberger Land und auch die angrenzenden Gemeinden fest im Griff. Der öffentliche Verkehr kam teilweise zum Erliegen, Kindergärten und Schulen blieben nach schier nicht aufhören wollenden Schneefällen geschlossen und die Winterdienste gingen weit über ihre eigentlichen Belastungsgrenzen hinaus. Teilweise wurden Feuerwehr und Hubschrauber eingesetzt, um Dächer von ihrer Schneelast zu befreien und diese vor dem Einstürzen zu be-
wahren. Doch trotz aller Anstrengungen und Sonderschichten war es im letzten Winter nicht überall gelungen, die Schneemassen zu entfernen. Straßen blieben ungeräumt und die An-
wohner stecken. Thema war die ganze Angelegenheit sogar im Radeberger Stadtrat, als die Räte zu entscheiden hatten, private Unternehmen mit der Entsorgung der Schneemassen aus Radeberg zu beauftragen. Ob der kommende Winter wieder genau so heftig ausfällt, darüber diskutieren, wie jedes Jahr, die Wetterpropheten. Eine 100prozentige Aussage dazu gibt es jedenfalls noch nicht. Erst wenn die Flocken fallen, heißt es: „Der seit Tagen erwartete Schnee ist da.“ Was man aber bereits jetzt sagen kann, ist, wie sich die Stadt Radeberg sowie die Gemeinden Arnsdorf und Wachau auf die kommende Winterperiode einstellen. Im Gespräch hierzu waren wir mit den zuständigen Mitarbeitern der Stadt und den Gemeinden.

Stadt Radeberg


Bereits im späten Frühjahr hatte die Stadt Radeberg mit den Vorbereitungen für die kommende Wintersaison begonnen und im Mai Streusalz gekauft, um die Frühbezugs-
preise zu nutzen. Am 07.10.2011 wurde im Stadtwirtschaftshof der „Tag der Winterbe-
reitschaft“ angesetzt. „Diesen Tag gibt es in jedem Jahr zur Vorbereitung auf die kommen-
de Wintersaison“, so Radebergs Stadtspre-
cher Jürgen Wähnert. An insgesamt 8 Fahr-
zeugen wurde die Technik angebaut und die Funktionstüchtigkeit überprüft. Dabei werden Streuer eingestellt, Schiebeschilder angebaut und Räumleisten kontrolliert, aber auch die Handarbeitsgeräte, wie beispielsweise Schnee-
schieber mit so tollen Namen wie „Leise Sohle“ werden überprüft. Insgesamt sind zum Winter-
beginn die Lager der großen Kreisstadt mit 350 t Splitt und 175 t Streusalz gefüllt. Hinzu kom-
men noch Paletten mit Winterstreu. „Dieses Granulat ist aus gebrochenen Blähton-Kugeln. Es ist leichter als Splitt und damit für unsere Handarbeitskräfte eine Arbeitserleichterung. Außer-
dem ist es umweltschonend, natürlich abbaubar und es verstopft im Frühjahr nicht die Kanä-
le“, so der Stadtsprecher abschließend.

Gemeinde Arnsdorf


Ein Großteil des Winterdienstes auf den Gemeindestraßen wird von einem Dienstleister über-
nommen. Der Bauhof selbst betreut die kleineren Zufahrtswege, schmale Straßenbereiche, Fußwege, sämtliche Parkplätze (Grundschule, Kita, öffentliche Parkplätze) sowie die beiden Wohngebiete in Arnsdorf und im OT Fischbach. Dabei werden, je nach Wettersituation, aus-
schließlich Splitt und Sand genutzt. „Wir haben 2 Multicars und 1 Traktor mit kompletter Winter-
diensttechnik ausgestattet, einen weiteren Traktor nur mit Räumtechnik“, erklärt Frau Porst von der Gemeinde. Rund 100 t Splitt und ca. 60 t Streusand hatte Arnsdorf diesen Monat ein-
gelagert. Speziell der Sand wird gleich mit für drohendes Hochwasser infolge der Schnee-
schmelze (Sandsäcke füllen) verwendet. Streusalz setzt ausschließlich der Dienstleister ein. Aufgrund der extremen Schneefälle hatte Arnsdorf im letzten Winter einen Radlader angemie-
tet, um die Berge von Schnee, besonders in Kreuzungsbereichen und an engen Straßenab-
schnitten, aus dem Straßenbereich zu beräumen.
Vorgesehen ist dies, falls notwendig, auch wieder in diesem Winter. „Wichtig ist es auch, dass jeder einzelne Bürger bei der Beseiti-
gung eines Schneechaos mithilft“, so die Infor-
mation aus der Gemeinde, „denn besonders wenn es darum geht, den Schnee im eigenen Grundstück abzulegen, fehlte vergangene Wintersaison bei einigen Bürgern die notwen-
dige Einsicht.“
Zusätzlich angeschafft hat sich Arnsdorf neue Schneezäune. Diese sollen auf der Verbin-
dungsstraße Kleinwolmsdorf – Wallroda zum Einsatz kommen. Bereits im vorigen Jahr hat-
ten die Gemeindemitarbeiter Schneezäune an der Straße von Kleinwolmsdorf nach Radeberg errichtet und gute Erfahrungen damit gemacht. „Ein zusätzliches Problem wird ca. im Februar 2012 auf uns zukommen, wenn die Bahnbrücke zwischen Arnsdorf und Fischbach gesperrt wird“, so weiterführende Informationen. Bereits im Frühjahr 2011 hatte man sich darüber Ge-
danken gemacht und mit einem Bauern vor Ort gesprochen, der dort zusätzlichen Winterdienst übernehmen wird.

Gemeinde Wachau


Die Gemeinde Wachau verfügt über sieben Fahrzeuge, die für den Winterdienst zur Verfügung stehen. Der gemeindeeigene Bauhof ist wie jedes Jahr gut auf die kalte Jahreszeit vorbereitet und hat sich nach den Erfahrungen der letzten Jahre auf einen frühen Wintereinbruch einge-
stellt. Insgesamt hat die Gemeinde 100 t Streusalz eingelagert. Aus Umweltschutzgründen wird aber bevorzugt auf Splitt zurückgegriffen, der die Pflanzen nicht angreift. Auch bei extre-
men Wetterverhältnissen ist ein spezieller Notfallplan nicht erforderlich, da die Gemeinde grundsätzlich für den Extremfall plant und dementsprechend gewappnet ist. Im Notfall stehen für die Schneeberäumung auch private Unternehmen zur Verfügung, die dann das Team des Bauhofs stärken. In der Regel ist es jedoch nicht erforderlich, auf externe Unterstützung zu-
rückzugreifen.
Text: Red.; Fotos: Red. / Stadt Radeberg


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