"die Radeberger" Heimatzeitung - Archiv



Onlineausgabe vom 3. November 2011


Für die Nachwelt bewahrt


Es war bereits im Jahr 2000. Da machten Bauarbeiter beim Umbau der Heizungsanlage im alten Schulgebäude einen hoch interessanten und auch äußerst seltenen Fund. Beim Durch-
brechen einer Wand war man auf die Grundsteinkassette der Arnsdorfer Schule gestoßen. Zahlreiche Dokumente aus dem Jahr 1904 kamen damals nach 96 Jahren wieder an das Tages-
licht und waren, trotz leichten Beschädigungen, relativ gut erhalten. So war neben histori-
schen Zeitungen und handschriftlichen Dokumenten auch eine Urkunde des damaligen Kirch-
schullehrers Kantor Friedrich Bernhard Störzner gefunden worden. In dieser hieß es unter an-
derem: „Die Gesamtkosten des Schulhausneubaus werden sich voraussichtlich auf ungefähr 50.000 Mark belaufen.
Gern bringt die Ge-
meinde Arnsdorf dieses Opfer.“ Nachdem im Mai 2000 all diese Dokumente gesichtet wur-
den, hatte man sich für eine neue Kassette aus Kupfer entschieden, den historischen In-
halt um aktuelle Münzen, Zeitungen ect. er-
gänzt und wieder dorthin verbracht, wo diese hingehört, in das Mauerwerk der Grundschule. Doch seitdem ist viel passiert in Arnsdorf. Der Mittelschulstandort in der Gemeinde wurde vom Kultus-Ministerium geschlossen. Eine neue Währung hat Einzug gehalten und – das historische Gebäude der Grundschule Arnsdorf wurde grundlegend saniert und wird nach dem Leerstand seiner eigentlichen Bestimmung wieder zugeführt. „Es sind solche Geschehnisse, die man der Nachwelt erhalten und mitteilen muss“, ist sich Olaf Umlauft von der Gemeinde Arnsdorf sicher. Schnell war man sich im Amt einig, dass, wenn es die Möglichkeit gibt nochmals an die Kassette zu kommen, diese auch genutzt werden soll. Und sie kam tatsächlich, die Gelegenheit, und zwar in Form der neuen
Holzpelletheizung in der Grundschule. Diese erforderte wiederum einen Wanddurch-
bruch an der Stelle, wo bereits die Kassette aus dem Jahr 2000 lagert. Am 19. Oktober war es dann so weit. 13 Uhr hatten sich Vertreter von Ge-
meinde, Schule und Hort ver-
sammelt, um an historischer Stelle eine zweite Kassette mit den Geschehnissen rund um Arnsdorf und seine Schule im Mauerwerk zu versenken. Doch bevor Hausmeister Ralf Schmidt mit Kelle, Mörtel und Ziegel bewaffnet das Loch wieder fachgerecht verschloss, wurde noch einmal verlesen, was alles für die Nachwelt doku-
mentieret wird. So wurden neben den derzeit gültigen Münzen von 1 Cent bis 2 Euro, den der-
zeit gültigen Briefmarken 45 Cent (für Postkarte), 55 Cent (für Brief) und der Einladung bzw. dem Flyer zur Wiedereröffnung des Schulgebäudes auch die aktuellen Ausgaben der Heimat-
zeitung „die Radeberger“ sowie der Sächsischen Zeitung der Kassette beigefügt. Zur feierli-
chen Wiedereröffnung der Grundschule Arnsdorf ist somit nicht nur die Technik der Bildungs-
stätte, sondern auch das Fundament auf dem aktuellen Stand der Zeit.

Die Schule in Arnsdorf ab dem Jahr 2000


Aufgrund dringenden Sanierungsbedarfes am alten Schulgebäude zog die Grundschule im Jahr 2002 in das Mittelschulgebäude (Plattenbau). 2005 entzog das Kultusministerium der Mittel-
schule wegen zu geringer Schülerzahlen die Mitwirkung. Sie wurde mit Schuljahresende 2005 geschlossen. Die Mittelschüler besuchen seitdem die Mittelschulen in Radeberg. Gymnasien werden in Radeberg und Großröhrsdorf besucht.
2008 bekamen die Hortkinder der Arnsdorfer und Fischbacher Kindertagesstätten im ehema-
ligen Mittelschulbereich des Plattenbau-Gebäudes ein neues zu Hause, da die Kindertages-
stätten überbelegt waren. Auch das Plattenbau-Gebäude befand sich in einem sanierungsbe-
dürftigen Zustand. Der Gemeinderat entschied sich im Jahr 2008 für die Sanierung des alten unter Denkmalsschutz stehenden Schulgebäudes, da es nur bedingt für andere Nutzungen geeignet ist. Seitt Baubeginn im Januar 2010 entstanden mit der Sanierung der Schule neue Außenanlagen mit Spielplatz, Parkplatz und Zuwegungen. Neu ausgestattete Räume und ein modernes Computerkabinett, sogar ein „grünes Klassenzimmer“ im Schulgarten stehen nun für unsere Grundschüler zur Verfügung. Die geplanten Gesamtkosten belaufen sich auf rund 4.1 Millionen Euro. Mit 2,3 Millionen Euro wurde das Projekt vom Bund und dem Land Sachsen gefördert. Die Gemeinde selbst brachte 1,8 Millionen Euro auf.
Text: Red., Fotos: Red. und Gemeinde Arnsdorf


Neue Gestaltungssatzung für die
Gemeinde Wachau in der Diskussion


Beide Ausschüsse des Wachauer Gemeinderates befassten sich in der vergangenen Woche mit einer überarbeiteten Fassung der Gestaltungssatzung. In ihr ist geregelt, welche Anforde-
rungen an Um- und Neubauten in gestalterischer Hinsicht zu stellen sind, um das vorhandene Ortsbild in seiner charakteristischen Erscheinung zu erhalten bzw. nicht zu stören. Die Überar-
beitung der Satzung war notwendig geworden, weil die in der ursprünglichen Fassung der Ge-
staltungssatzung festgeschriebenen Regelungen, die mittlerweile mehr als 16 Jahre alt sind, nicht mehr den Anforderungen der Zeit entsprechen. Dies gilt gerade im Hinblick auf Maßnah-
men im Zusammenhang mit der energetischen Sanierung von Gebäuden. Die Neufassung ist aber auch erforderlich, weil die gestalterischen Festsetzungen der bisher geltenden Fassung sehr streng gefasst waren, so dass immer wieder Ausnahmen zugelassen werden mussten. Gerade in diesem Zusammenhang waren sich Landratsamt Bautzen und Gemeinde einig, dass eine Anpassung der Satzung notwendig und geboten ist.
Mit dem Entwurf wagt die Gemeinde nunmehr einen Spagat. Einerseits sollen die historischen Ortskerne und das überkommene Ortsbild geschützt werden, andererseits will man den Bür-
gern möglichst wenig Steine beim Bau und der Gestaltung ihrer Häuser in den Weg legen. Neben vielen Vereinfachungen sieht die neue Gestaltungssatzung u. a. vor, dass aufwendige Erhaltungsmaßnahmen an historischen Gebäuden in der Regel nur dann vorzunehmen sind, wenn sie mit den geltenden Energieeinsparungsvorschriften in Einklang gebracht werden kön-
nen. Wegfallen soll künftig auch die Vorschrift, nach der Satteldächer mit einem bestimmten Neigungsgrad auszubilden sind. Auch die Maße für First- und Traufhöhen sowie für Dachüber-
stände werden in der überarbeiteten Fassung wesentlich großzügiger festgelegt, um den Bau-
herren ein höheres Maß an Flexibilität einzuräumen. „Mit der neuen Satzung wollen wir für die Bürger so viel Freiheit wie möglich und für die erhaltenswerten Ortslagen, so viel Schutz wie nötig garantieren“, so Bürgermeister Veit Künzelmann (CDU) über den derzeit in der Beratung befindlichen Rechtstext.
Mit dem Entwurf befassen sich derzeit auch die Ortschaftsräte der Gemeinde Wachau. Die Aus-
schüsse beraten dann noch einmal am 29. November, bevor voraussichtlich im Dezember die-
ses Jahres, der Gemeinderat das letzte Wort zur Gestaltungssatzung haben wird.
Text und Foto: Red.


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