"die Radeberger" Heimatzeitung - Archiv



Onlineausgabe vom 10. Februar 2010


Eisrettung – Jede Sekunde zählt!


Der Winter ist da und mit ihm kehrt Jahr für Jahr für die Feuerwehr ein sehr gefährliches Not-
fallszenario wieder; das Bergen und Retten von Menschen, die im Eis eingebrochen sind. Oftmals sind es Leichtsinn und Ungeduld, die dazu führen, dass nicht ausreichend tragende Eisdecken betreten oder gar zum Schlittschuhlaufen benutzt werden. Die hieraus resultieren-
den Gefahren werden von Kindern wie von Erwachsenen gleichermaßen häufig unterschätzt, denn bricht das Eis, entsteht für die verunfallte Person in dem eisigen Wasser eine sehr kritische, lebensbedrohliche Situation.
Kälte und Zeit
Der maßgebliche Faktor bei der Eisrettung ist die Zeit, denn das Wasser direkt unter dem Eis bzw. der Oberfläche entzieht dem Körper unglaublich schnell die Wärme (fast 30-mal so schnell wie die Luft). Bereits wenige Minuten nach dem Unglück werden bei der eingebrochenen Person die Glieder durch die Kälte derart steif, dass eine Selbstrettung nicht mehr möglich ist. Die Folge:
Bewusstlosigkeit und daraus resultierend ein mögliches Abtreiben unter die Eisdecke. Für die gerufenen Rettungskräfte ist daher allerhöchste Eile geboten, um das Schlimmste zu verhindern. Doch bei aller Not, wie bei anderen Unfällen geht auch hier die Eigen-
sicherung der Helfer vor. Denn das offenbar nicht mehr tragfähige Eis stellt auch für die Retter eine erhebliche Gefahr dar.
In Radeberg kam es in den letzten 15 Jahren zweimal zu einem Notruf dieser Art. Glücklicherweise waren es keine Ernstfälle. Um trotzdem für diesen seltenen Notfall gut trainiert zu sein, stand für die Kameradinnen und Kameraden der FFW Radeberg letzten Freitag die „Eisrettung“ auf dem Dienstplan. Nach dem theoreti-
schen Durchspielen dieses Unfallszenarios in der Feuerwehr, ging es zum praktischen Training ins Stadtbad. Den ca. 25 Kameradinnen und Kameraden wurde folgende Lage eingespielt. Eine Person ist auf dem Eis im Bad eingebrochen und droht das Bewusstsein zu verlieren. Mithilfe von Seilen, Leitern, Schleifkorbtrage und Rettungsring wurde die Rettung und Bergung eingeleitet und konnte erfolgreich abgeschlossen werden.
Doch bei aller Übung, der Ausgang eines Ernstfalles bleibt immer offen, denn es vergehen trotz aller Eile der Kameradinnen und Kameraden der Frei-
willigen Feuerwehren Radebergs unendlich lange Minuten im Eiswasser, bis diese vor Ort sind und die Rettung einleiten. Und, nebenbei bemerkt, die „verunglückte“ Person im Stadtbad trug einen wärmenden Trockentauchanzug. Darum an dieser Stelle noch mal ein Hinweis der FFW Radeberg: Eisfläche niemals alleine und nur bei ausreichen-
der Eisdicke, mind. 10 cm, betreten!
Text und Fotos: Red.



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