"die Radeberger" Heimatzeitung - Archiv



Onlineausgabe vom 18. Februar 2010


Malzau im Ausnahmezustand


Frauen regieren im Radeberger Biertheater


Letzten Donnerstag fand die Premiere des neuen Stücks „SOS Malzau“ im Radeberger Bier-
theater statt. Das Werk aus der Feder von Holger Blum ist erstmalig die zweite Premiere in einer laufenden Spielzeit. So können Biertheaterfans dieses Jahr zwei unterschiedliche Stücke erleben. Wer also einen Besuch im Biertheater plant, rechtzeitig an die Kartenbestellung denken. Das ganze Team des Biertheaters ist wieder top in Form und verspricht unvergess-
liche Abende in gemütlicher Runde. Ja und wer gern lacht, kommt im neuen Stück „SOS Malzau“ auf alle Fälle auf seine Kosten.
Geschickterweise hat die amtierende Bürgermeisterin Gisela das Malzauer Urgestein Backe mit einem zweifelhaften Befund zur Kur geschickt. Endlich kann sie ungestört an ihrem Plan arbei-
ten, die Jugend wieder nach Malzau zu bringen. Backe, ein starker Gegner dieses Vorhabens, ausgeschaltet. Harry ohne seinen engsten Leidensgenossen Kumpel Backe, allein gegen die übermächtig erscheinende Frauendomäne.
Wichtige Rituale wie das Elf-Uhr-Bier in Backes Werkstatt – ab sofort abge-
schafft!? Das über viele Jahre mühselig erwirtschaftete Fla-
schenleergutdepot, welches zur Aufbesserung der Rente und zur Realisierung späterer Trinkorgien von Harry und Backe ge-
dacht war, wurde von den Frauen weggeräumt und teilweise in Prosseco investiert. Unglaublich! Wäsche aufhängen, bügeln und andere unnötige Arbeiten sollen Männeraufgaben werden. Backe, der immer eine Idee hat dem entgegenzu-
wirken, ist weit weg. Jetzt brodelt es in Malzau!
Frauen regieren – da ist Widerstand und Chaos vorgeplant. Wie mit Hilfe einer jungen, attraktiven Frau im Bunde das – nach Ansicht der Ehefrauen – fast „eingeschlafene“ Dorfleben – Backe und der Rest der männlichen Gattung finden Malzau einzigartig – wieder lebendiger, dynamischer und jugendlicher werden soll, wird in der neuen Soap unter arger Beanspruchung der Lachmuskeln mit vielen skurrilen Verwicklungen zwischen den Geschlechtern erzählt.
Text und Fotos: Red.



Senkung des CO2-Ausstoßes
in Radeberg


Blockheizkraftwerk als Alternative


„Es ist schade, aber nicht zu ändern“, so Herr Schreiber von der WVR Wärmeversorgung GmbH Radeberg (WVR), „das im Gewerbegebiet Pillnitzer Straße geplante Holzheizkraftwerk wird nicht gebaut.“ Wo im Einzelnen die Gründe hierfür liegen, vermag auch er nicht genau zu sagen. Wahrscheinlich sind diese zu Teilen in der Finanzkrise als auch in der Standortwahl zu suchen. „Doch das ändert nichts an der Tatsache, dass der Bund die EnEV 2009 (Energieein-
sparverordnung) und das EEWärmeG (Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetz) beschlossen hat und diese sind auch von uns umzusetzen“, erklärt Herr Schreiber weiter. Im Detail bedeutet dies, dass der Anteil der erneuerbaren Energien gegenüber heute bis 2020 verdoppelt wer-
den soll. Und das gilt auch für Radeberg.

Und nun Herr Schreiber?
Vor diesem Hintergrund plant derzeit die WVR in Zusammenarbeit mit der ENSO den Bau eines Blockheizkraftwerks (BHKW) an der Schillerstraße im Heizhaus der ehema-
ligen Rödertalblume Radeberg. Momentan laufen die Grundlagenermittlungen zur Wirtschaftlichkeit einer solchen Anlage.
Die gewonnen Erkenntnisse dienen im wei-
teren Planungsverlauf als Arbeitsvorlage für den Aufsichtsrat der WVR. Sollte sich im Zuge dieser Ermittlung die Wirtschaftlich-
keit einer solchen Anlage bestätigen, so könnte bereits 2010 eine Entscheidung für 2011 getroffen werden. Das heißt, im günstigsten Fall würde das BHKW in der zweiten Jahreshälfte 2011 in Betrieb gehen und Wärme als auch Strom erzeugen. Um den CO2-Ausstoß des BHKW noch weiter zu senken ist im 2. Schritt der Betrieb der Anlage mit Bio-Gas angedacht, wodurch die Richtlinien des EEWärmeG optimal eingehalten werden. „Ein weiterer Gedanke“, so Herr Schreiber, „ist eine eventuelle Kooperation mit der ENSO. Da diese als Lieferant für das Bio-Gas in Frage käme, wäre eine weiterführende Zusammenarbeit mit dem Unternehmen durchaus denkbar. Zum Beispiel als Abnehmer für den erzeugten Strom oder direkt als Mitbetreiber der Anlage. Doch in diesem Zusammenhang sind noch alle Modalitäten offen.“ Versorgen soll das BHKW das Fernwärmegebiet II in Radeberg. Dieses erstreckt sich von der Pillnitzer Straße bis zum Robert-Blum-Weg und beinhaltet 1.600 Wohnungseinheiten sowie 5 Sonderkunden.

Was ist eigentlich ein Blockheizkraftwerk (BHKW)?
Ein Blockheizkraftwerk arbeitet nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung. Das heißt nichts anderes, als dass ein Gas- oder Dieselmotor mit einem Generator zur Stromerzeugung verbunden, also gekop-
pelt ist. Der Verbrennungsmotor treibt den Generator an, welcher, nun in Drehung versetzt, Strom erzeugt. Die durch die Ver-
brennung entstehende Wärme wird im Gegensatz zu herkömmlichen Kraftwerken, wo diese durch Kühltürme entweicht, mit Hilfe von Wärmetauschern nutzbar ge-
macht. Der Vorteil der Kraft-Wärme-Kopp-
lung liegt in seiner Effizienz. Da sich ein BHKW immer in unmittelbarer Nähe der Verbraucher befindet, sind die Verluste beim Übertragen der Wärme in die Haushalte sehr gering. Die ein-
gesetzte Primärenergie (Öl oder Gas) wird bis zu 87 % ausgenutzt, 53 % werden in Wärme umgewandelt und 34% in Strom, welcher in das Netz eingespeist werden kann. Bei herkömm-
lichen Kraftwerken entweichen rund 72 % der eingesetzten Primärenergie ungenutzt durch die Kühltürme, lediglich 28 % werden in Strom umgewandelt.
Wir danken Herrn Schreiber von der WVR Wärmeversorgung GmbH Radeberg für das Gespräch.
Text u. Foto: Red.



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