"die Radeberger" Heimatzeitung - Archiv



Onlineausgabe vom 14. Juni 2012

Auf den Spuren seiner Vorfahren


Ein Arnsdorfer macht sich auf den Weg


„Lauf der Kulturen“, so lautet der Name des für dieses Jahr geplanten Mammut Projektes für Dresdner Leichtathleten. Start wird am 23.06. gegen 12.00 Uhr an der Frauenkirche sein. Das Ziel – die rund 2000 Kilometer entfernte Partnerstadt von Dresden, Skopje in Mazedonien.
Es ist tatsächlich ein Mammutprojekt, was der VfL Dresden-Bühlau jetzt nach dem Lauf von Dresden nach St. Petersburg im Jahr 2008 wieder auf die Beine gestellt hat. Rund zwei Jahre dauerten die Vorbereitungen. Dabei wurden die Strecken abgefahren, Übernachtungsmöglich-
keiten erkundet und zahlreiche Verbindungen geknüpft.
Wieder mit dabei, wie auch schon bei dem Lauf nach St. Petersburg, ist der Arnsdorfer Jörg Fernbach. Doch was treibt jemanden dazu, im wohl verdienten Ruhestand solche Strapazen und auch Gefahren auf sich zu nehmen. „Es sind vor allen Dingen zwei Komponenten, die mich dazu antreiben“, erklärt Fernbach als langjähriges Mitglied der Radeberger Laufgruppe, „zu einem ist dieser Lauf natürlich eine ideale Vorbereitung auf die Leichtathletik-WM im Dreilän-
dereck dieses Jahr. Zum anderen haben die Läufe zu den Partnerstädten von Dresden für mich aber auch einen sehr persönlichen Bezug. Sie sind quasi die Aufarbeitung der Geschichte meiner Vorfahren.“
Bereits 2008 ging über Wroclaw, Kaliningrad (Königsberg) durch die baltischen Staaten es auf den Spuren seines Vaters nach Russland. Dieser hatte im 2. Weltkrieg als Deutscher an der Belagerung von Leningrad (St. Petersburg) teilgenommen, wurde auf dem Rückmarsch 1944 verwundet und verbrachte daraufhin 9 Monate im Lazarett im Krankenhaus in Arnsdorf.
Ab Kaliningrad war Jörg Fernbach dann auf der Route unterwegs, die die Einheit seines Vaters nach St Petersburg zurückgelegt hat.
„In St. Petersburg, in Zarskoje Selo, hatte die Einheit meines Vaters am Ausbau des Bern-
steinzimmers teilgenommen. Dort traf ich mich mit älteren Einwohnern und wollte mich für diese Taten entschuldigen. Erstaunlich war, dass ich auf heftigen Widerstand dieser Menschen traf. Sie machten mir sehr deutlich, dass nicht ich für die Taten von 1944 verantwortlich bin und sie freuten sich, dass es jetzt eine neue Generation in Russland und Deutschland gibt, die gut miteinander auskommt.“
Vier Jahre später, 2012, geht es für Jörg Fernbach nun zu den letzten beiden Partnerstädten in Europa, die noch nicht angelaufen wurden, Ostrava und Skopje. Nicht nur die sportliche Herausforderung zählt für ihn, sondern er wird mit seinen 60 Lauffreunden, die diese 2000 km lange Tour nach Mazedonien absolvieren, Apatin in der Wojwodina (Republik Serbien) anlaufen. Seine Vorfahren väterlicherseits wanderten 1733, aus dem Schwarzwald kommend, auf der Donau mit den so genannten Ulmer Schachteln an die südliche Grenze der damaligen KuK Monarchie aus. Kaiserin Maria Theresia besiedelte diesen Landstrich, um ein Bollwerk gegen das Osmanische Reich zu errichten. Die Familie Fernbach wurde in der Landwirtschaft erfolgreich, 1892 sogar als „Fernbach von Apatin“ in den Adelsstand erhoben. Apatin war eine Großgemeinde mit 20000 Ein-
wohnern geworden, von denen 90 Prozent Deutsche waren. Zum Ende des 2. Weltkrieges kamen viele Deutsche, darunter die Großeltern von Jörg Fernbach in jugoslawische Konzentrationslager (Kruschiwl) und über 4000 starben dort. Die Großeltern überlebten, kamen 1956 in die BRD. Mit dem Lauf der Kulturen ist Fernbach nun unterwegs in die Heimat seiner Vorfahren, um mit den Menschen dort zu feiern, hier steht die größte Brauerei Serbiens, „und das Jelen Pivo-Hirschbier schmeckt ausgezeichnet.“ In Apatin wird er auch die Orte besuchen, die seine Familie prägten, darunter auch das Feld in Kru-
schiwl, auf dem 14 Fernbachs seit 1945 mit 4000 weiteren Lagerinsassen begraben liegen. Verzeihen Ja, vergessen Nie- das ist Fernbachs Anliegen und er weiß, dass die Menschen, die jetzt in Apatin leben, sich gute Beziehungen zu Deutschland wünschen. Nach Apatin geht es dann noch mal 1000 km entlang der Donau weiter, hinein nach Bulgarien. Sofia und das Wito-
schagebirge werden gestreift, um dann die letzten 40 km in Mazedonien auf der für die 60 Läufer gesperrten Autobahn hinein in die Stadt Alexander des Großen zu laufen. Undenkbar in Deutschland, hier brauchen die Läufer sogar für Fußwege Genehmigungen.
Text u. Fotos: Red./Fernbach


Historischer Markt


Wenn auf dem Pfarrhof in Fischbach Weiber spinnen und Kerle dengeln, sich das Schwein am Spieß dreht und frisches Bier ge-
zapft wird, wenn Marktgeschrei und Spielmannsklänge die Luft erfüllen, dann ist historischer Markt auf dem ehrwürdigen Gelän-
de. Am 23. und 24. Juni lädt der Traditions- und Schützenverein Fischbach e.V. zu dem bunten Treiben im historischen Gewand ein. Zu sehen und zu erleben gibt es an beiden Tagen alles, was zum historischen Marktgetümmel dazu gehört. Rustikale Speisen und Waschweibergewäsch, Bauerntheater oder eine historische Gerichtsverhandlung sind nur einige der Eckpunkte, auf die sich der Besucher freuen darf.
Anlass für den zweitägigen Zeitsprung in das 18. Jahrhundert ist das 20. Jubiläum des Traditionsvereins, der sich 1992 gründete. Damals fanden sich im April bei der Auswertung der 750-Jahrfeier in Fischbach einige Unent-
wegte zusammen, um in dem beschaulichen Dorf einen neuen Verein ins Leben zu rufen, den Traditions- und Schützenverein Fischbach e.V.
Vielfältig waren – und sind noch heute – die Interessen. Die Darstellung des bäuerlichen Lebens des ausgehenden 18. Jahrhunderts haben sich die Frauen und Männer genauso auf die Fahne geschrieben wie die Bewahrung der Tradition des Armbrustschießens oder die Ausrichtung unverwechselbarer dörflicher Feste und Veranstaltungen. Und gerade letzteres hat den Verein mit der Fischbacher Kirmes weit über die Grenzen des Kreises bekannt ge-
macht. „Wer also Lust hat, uns und unsere Vereinsarbeit näher kennen-
zulernen, bei uns mitmachen möchte oder einfach nur mal vorbei schauen will, der ist herzlich eingeladen zum historischen Markt nach Fischbach am 23. und 24. Juni 2012 auf den Pfarrhof“, so Maik Häse, der Präsident des Vereins.
Das ausführliche Programm finden Sie in unserer Rubrik Termine.
Text und Fotos: Red. (Quelle: www.schuetzenverein-fischbach.de)


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