"die Radeberger" Heimatzeitung - Archiv



Onlineausgabe vom 24. Oktober 2012






Herbstzeit ist Pilzzeit




Endlich ist es soweit! Wenn sich die Blätter an den Bäumen in leuchtenden Farben zeigen, kann man in den Wäldern die Pilzsammler mit ihren Körben und Messern antreffen. Jüngstes Ereignis für Pilzbegeisterte, war die Ausstellung zum Heidefest im Saugarten in Langebrück. Hier konnten von 460 in Sachsen vorkommenden Pilzarten ganze 165 Arten bestaunt werden. In der Zeit von August bis Oktober kann man die meisten Pilze finden. Dennoch gibt es kein perfektes Pilzwetter. Denn auch im Winter ist das Pilze sammeln ein besonderes Erlebnis. Dann gibt es zum Beispiel Austernseitlinge, Samtfußrüblinge, Frostschnecklinge oder Judasohren im Wald zu finden. Die Pilzarten die wir im schneebedeckten Wald vorfinden, sind meist sehr vitaminreich. Im Frühjahr zeigen sich dann der Graublättrige Schwefelkopf, der Maipilz, die Frühjahrslorchel, der Märzellerling und der Weichritterling. Es gibt also zu jederzeit schmackhafte Pilze zu finden. Ob getrocknet, gebraten oder eingekocht: Pilze sind eine sehr kalorienarme Speise! Sie bestehen zu 90 Prozent aus Wasser. Mit vielen Vitaminen und Mineralstoffen ergänzen sie unsere Ernährung. Die Pilze wachsen unterirdisch und meist in der Nähe von Bäumen oder Baumstümpfen. Auch sonst ist das Pilze Sammeln eine sehr gesunde Angelegenheit. Schließlich bewegt man sich an der frischen Luft. Dennoch sollte man Vorsicht walten lassen. Es gibt einige giftige Pilze, die den essbaren Kollegen sehr ähnlich sehen. Aber es gibt auch Pilze, die wegen Ihres Aussehens für giftig gehalten werden aber dennoch genießbar sind. Zum Beispiel wurde früher der Krempling für essbar gehalten und verzehrt. Dennoch sollte man „nur ein paar davon essen“, wie der Volksmund zu berichten weiß. Heute gilt der Krempling als kritischer Pilz, denn erkann eine Reihe von Allergien auslösen. Es gilt also: Vorsicht ist geboten! Sollte man sich beim Sammeln nicht sicher sein ob essbar oder nicht, den Pilz lieber stehen lassen. Allein dieses Jahr gab es an die 160 Pilzvergiftungen. Um eine hohe Zahl an Vergiftungen zu vermeiden, wird jedoch Hilfe angeboten. Informationen gibt es jederzeit bei denn Pilzsachverständigen.

Der Pilzsachverständige
Der Pilzsachverständige führt selbstständig eine Beratungsstelle. Bei der Einrichtung einer solchen Stelle, hilft das zuständige Amt, dass eine gesetzliche Regelung voraussetzt. Der Sachverständige organisiert Vorträge, Ausstellungen und Lehrwanderungen. Die Hauptaufgabe des Pilzsachverständigen ist die Verhütung von Pilzvergiftungen. Auch Natur- und Artenschutz sind wichtige Themen. Denn auch Pilze sind wie Tiere und Pflanzen als wichtige Organismen der Natur wahrzunehmen. Die Ausbildung, Prüfung, Tätigkeit und Fortbildung der Pilzsachverständigen erfolgt durch die Deutsche Gesellschaft für Mykologie e.V. Jeder Sachverständige für Pilze bekommt, nach abgeschlossener Ausbildung, eine Urkunde überreicht.

Deutsche Gesellschaft für Mykologie e.V.
Diese Gesellschaft wurde bereits 1921 gegründet. Die DGfM versteht sich als Interessenvertreter für alle Berufs- und Freizeitmykologen. Neben der Ausbildung der Pilzsachverständigen, widmet sich die SGfM auch der Forschung und fördert aktiv Vereine und Arbeitsgruppen. Außerdem gibt sie den „Pilz des Jahres“ bekannt. Dieses Jahr wurde der Graue Leistling zum Pilz des Jahres gewählt.

Regionale Beratung
Für die regionale Betreuung im Rödertal ist Herr Eckart Klett zuständig. Er ist unser ortsansässiger Pilzberater. Aber auch Herr Berndt Göhler steht Ihnen noch mit Rat und Tat zur Seite, obwohl er sein Amt als Pilzberater bereits niedergelegt hat und nur noch ehrenamtlich tätig ist. Gern beantworten Herr Klett und Herr Göhler ihre Fragen rund um das Thema Pilze. In diesem Jahr wird Herr Klett noch ein bis zwei Pilzwanderungen durchführen. Diese finden in der Lausitzer Heide und in der Laußnitzer Heide statt. Interessenten können sich jederzeit gerne melden. Es gibt jede Menge Wissenswertes zu erfahren und vielleicht entdeckt man sogar die ein oder andere Kuriosität. Bei Interesse oder Fragen melden Sie sich bitte bei:
Eckart Klett, Am Hofeberg 12, 01454 Radeberg OT Liegau-Augustusbad,
Telefon: 03528 41 14 44



Infokasten
Pilzvergiftung - Was tun?

1. Ruhe bewahren - Keine Panik
2. Nicht erbrechen oder dieses durch Salzwasser auslösen
3. Sicherheit vor Geschwindigkeit
4. Kinder nicht aufregen z.B. durch schimpfen
5. Giftnotruf wählen

Giftnotruf für Sachsen unter:
0361-730730


Text und Fotos: Red.



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