"die Radeberger" Heimatzeitung - Archiv



Onlineausgabe vom 24. Mai 2013


Verteiler gesucht!


Für unsere Gebiete Ullersdorf, Langebrück (nördlich der Bahnlinie) & Leppersdorf suchen wir weiterhin dringend Verteiler die unsere Zeitung austragen möchten. Des Weiteren suchen wir zu jeder Zeit Ersatzverteiler. Gern können sich Vereine, Feuerwehren oder Jugendclubs bei uns die Vereinskasse aufbessern und sich die Arbeit sogar teilen. Dieser Job ist auch besonders geeignet für Rentner oder Schüler, denen Bewegung an der frischen Luft Spass macht.
Bei Interesse melden Sie sich bitte unter Tel. 03528/44 23 01



Geburtstagsrunde
im Schloss Klippenstein



Nicht nur die Schlosskaspereien entwachsen den Kinderschuhen und werden in diesem Jahr 18 Jahre alt. Auch der Verein Schloss Klippenstein feiert in diesem Jahr ein Jubiläum. 20 Jahre gibt es nun den bekannten Förderverein in Radeberg. Begonnen hatte alles 1990 mit der Bildung eines Kuratoriums, initiiert durch Peter Lunze, Herbert Müller und Dietmar Rentsch. 3 Jahre später, am 16. Juni 1993, wurde daraus der Verein Schloss Klippenstein e.V. unter dem Vorsitz von Birgit Frech gegründet. Zurzeit zählt der Verein circa 60 Mitglieder. Die gemeinnützige Arbeit des Vereins umfasst die Erhaltung der baulichen Substanz des Schlosses und die Förderung von Kunst und Kultur auf Klippenstein. Der Zweck der Arbeit bestand viele Jahre in der Förderung der Restauration, der Erhaltung historischer Substanz und der Wiederherstellung des Schlosses. Mittlerweile hat sich der Schwerpunkt der Arbeit verlagert. Im Fokus steht die Unterstützung der Arbeit der Schlossverwaltung und damit der Stadt Radeberg. Das Konzept und die Umsetzung der Projekte werden immer in Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern des Schlosses getroffen. Besonders die Arbeit mit Frau Altmann ist hervorzuheben. „Für die einzelnen Projekte die der Verein betreut, haben wir immer einzelne Arbeitsgruppen die sich intensiv mit den Details befassen“, erklärt uns Eckard Müller, der bereits seit 1998 Vorsitzender des Vereins ist. Ihm ist die Leidenschaft und Hingabe für den Verein im Gespräch deutlich anzumerken. Er betonte jedoch auch, dass der Verein jederzeit neue und vor allem aktive Mitglieder sucht, die sich an den Arbeitsgruppen beteiligen und neue Ideen einbringen.

20 Jahre Vereinsarbeit


Schon auf den längst der Geschichte angehörenden Radeberger Gewerbemessen in den 90ger Jahren, war der Schlossverein präsent. Mit eigener Geselligkeit und Gegenbesuchen wird der Kontakt zu anderen Vereinen hergestellt. Damit erhalten die Mitglieder einen Einblick in die Erhaltung ähnlicher Objekte. Zwischen 1995 und 1999 wurden Spendengelder geworben, die zur Restaurierung des Eulenturmes und des Renaissance-Portals an der Fürstenreittreppe benötigt wurden. Bei vier Versammlungen im Jahr können sich die einzelnen Arbeitsgruppen abstimmen und Veranstaltungen geplant werden. In der Vergangenheit gehörte auch das Schlossfest zu den Veranstaltungen. Dabei entstand vor 18 Jahren die Idee der Schlosskaspereien, die in diesem Jahr quasi „volljährig werden“ und mit dem Verein „gewachsen“ sind. Auch hier werden Helfer und Organisatoren gesucht, um das Konzept fortzusetzen. Mit einem stabilen Kulturangebot hat sich der Verein über die Zeit etabliert. Zur WM 2006 veranstaltete der Verein in Zusammenarbeit mit dem Badverein und dem Spielmannszug das Public Viewing im Schloss. Vor einigen Jahren gab es die Schlossfilmnächte in Kooperation mit der Kinobar. Es wird Klassik angeboten, aber auch andere Musikrichtungen. Der Irish Folk gehört mittlerweile zum Charakterbild von Schloss Klippenstein. Zur jährlichen Schlössertour ist natürlich auch der Verein Schloss Klippenstein aktiv. Des Weiteren unterstützen die Mitglieder, wenn es nötig ist, die Klippensteiner bei Veranstaltungen auch mal „personell“. Der Verein präsentiert sich auf der Vereinsstraße des Bierstadtfestes oder auch beim Umzug mit originellen Bildern. Der ganz eigene Stil der Vereinsarbeit wird auch weiterhin bestehen. Neue Ideen sind zum Beispiel der Einbau eines Fahrstuhls im Schloss und ein Industriemuseum als Teil der Dauerausstellung. An der Umsetzung wird derzeit gearbeitet. „Ein besonderer Dank gilt allen aktiven und passiven Mitgliedern des Vereins und allen die die Arbeit des Vereins in den 20 Jahren mit viel Engagement unterstützt haben“, bedankt sich Eckard Müller.
Text: Red., Fotos: Red & Schlossverein




Große Fete in der Kita Max & Moritz



Am Freitag vor dem langen Pfingstwochenende, wurde in der Kindertagesstätte Max und Moritz Radeberg auf dem Robert-Blum-Weg, der 150. Geburtstag des Deutschen Roten Kreuzes noch einmal richtig gefeiert. Bereits in unserer letzten Ausgabe berichteten wir, über die Aktion mit den Luftballons, die die Kinder in den Himmel steigen ließen. Am Freitag konnten die Kids ihren Eltern, Großeltern und Geschwistern zeigen, wo sie am liebsten spielen.
Denn das Gelände ist so groß, dass sogar eine große Rutsche ähnlich einer Hüpfburg Platz hatte und zum Toben einlud. Außerdem war die Feuerwehr von Radeberg vor Ort. Im großen Feuerwehrauto konnten die Kinder Platz nehmen und sich wie echte Feuerwehrleute fühlen. Heiß begehrt waren auch die Plätze auf der Kindereisenbahn, die unermüdlich im Kreis fuhr und den Kindern an Bord großen Spaß bereitete. Wer sich dann erstmal ausruhen musste, ging zum Basteln in die Kita, zum Kinderschminken oder holte sich ein Los an der Tombola. Dabei konnten sich Kinder und Gäste auch gleich den neu eröffneten Anbau anschauen. Gegen den Hunger gab es reichlich Kuchen oder eine herzhafte Bratwurst. Der Durst konnte dann gleich noch mit einer Limo gestillt werden.
Eine kleine Ponykutsche sorgte, vor allem bei den Mädchen, für Begeisterung. Die niedlichen Minipferdchen kutschierten die Kinder umher. Für ausgelassene Stimmung sorgte nebenbei, die Disko zu der sogar die allerkleinsten die Hüften geschwungen haben. Die Hundefreunde Radeberg e.V. zeigten, wie die Kinder sich in Gegenwart eines Hundes richtig verhalten sollten und sorgten mit allerlei Showeinlagen und Kunststückchen für richtig viel Spaß. Im Anschluss gab es noch den „Gummistiefelweitwurf“ von der Krankenkasse AOK, bei dem jeder zeigen konnte, ob er Quark oder Muskeln in den Armen hat. Gegen 19:00 Uhr klang das schöne Familienfest aus. Frau Großmann, Leiterin der Kita, freute sich über die gute Stimmung und war froh, dass auch das Wetter so gut ausgehalten hatte.
Text & Foto: Red.




Kinder- und Jugendstadtrat
sucht Verstärkung


Am vergangenen Montag traf sich der Kinder- und Jugendstadtrat (KJSR) wie jeden Monat im Ratssaal des Radeberger Rathauses. Verschiedene Vertreter der Schulen, Schülersprecher, OB Gerhard Lemm, Stadtsprecher Jürgen Wähnert und zwei Aufsichtspersonen nahmen an der großen Tafel Platz. Nach der Begrüßung wurde noch einmal über das Projekt Feuerlöschteich debattiert. Bereits in den letzten Sitzungen wurde nach einer Lösung, gegen den Vandalismus am Feuerlöschteich der Kohlrabiinsel, gesucht. Trotz Mülleimern wird der Unrat auf dem Boden entsorgt und die extra aufgestellten Behälter umgeworfen. Zu diesem Thema hat der KJSR bereits Kontakt zu Herrn Lahfeld vom Kohlrabiinsel-Verein aufgenommen.
Leider kann der Verein hier auch nicht viel tun, außer an die Vernunft der vor allem Jugendlichen Schmutzfinken zu appellieren. Das wirft natürlich auch immer ein schlechtes Licht auf die Jugend allgemein, dass wollen die Mitglieder des KJSR natürlich vermeiden und werden weiterhin versuchen, gegen den Vandalismus vorzugehen. Ein weiterer Punkt auf der Tagesordnung des Vorsitzenden René Rudolph war auch, der Ausklang des Sitzungsjahres im Sommer. Ein Thema das ihm besonders am Herzen liegt, denn im nächsten Jahr wird er nicht mehr dabei sein, wie er in der Sitzung bekannt gab. Im nächsten Schuljahr besucht er die 10. Klasse und möchte sich ganz auf seine schulischen Leistungen konzentrieren. Das heißt aber auch, dass ein Nachfolger für den Vorsitz des KJSR gefunden werden muss. Im Moment ist dies ziemlich schwierig, da der KJSR nicht allzu viele Mitglieder zählt. Als der KJSR ins Leben gerufen wurde, war das allerdings noch anders. Es gab so viele Interessierte, dass die Teilnehmerzahl begrenzt werden musste. Das könnte der Jugendinitiative nun zum Verhängnis werden. Denn auch andere Ratsmitglieder werden mit Ende des Schuljahres den KJSR verlassen. Es werden also dringend Kinder und Jugendliche gesucht, die sich für die Kinder und Jugendlichen, deren Interessen sowie allgemeine Belange der Stadt einsetzen möchten und dabei noch einen Einblick in die kommunale Politik erhalten. Auch Grundschüler dürfen gern mitmachen. Je nach Schülerzahl der jeweiligen Schulen, gibt es dann wie auch bei den Parteien im Stadtrat, eine bestimmte Anzahl an Sitzen. Schülersprecher werden gern als Berater gesehen und können auch ohne Sitz im KJSR den Sitzungen beiwohnen. „Es wäre sehr schade, wenn der KJSR auf Grund fehlender Ratsmitglieder aussterben würde“, erklärte René Rudolph zum Schluss.
Text & Foto: Red.




17. Pfingsttreffen
bei der Feuerwehr Wachau



Zum 17. Mal trafen sich Mitglieder der Feuerwehren von Wachau, Kuhs, Bellin und Bölkow am Pfingstwochenende. Bereits am Freitag reisten die Feuerwehrleute aus Mecklenburg-Vorpommern an. Es wurde gegrillt und gemütlich beisammen gesessen. Richtig los, ging der Ausflug am Samstag mit einer Fahrt in den Spreewald. Pünktlich um 08:00 Uhr morgens hieß es Abfahrt. Mit dem Wetter hatten die Kameraden der Feuerwehren Glück - den im Spreewald war es weniger verregnet. Bei einer circa 4 Stunden andauernden Bootsfahrt, konnten alle wunderbar entspannen. Im Anschluss wurde ein Feuerlöschboot der Feuerwehr Lehde angeschaut. Denn im Spreewald wird auch vom Wasser aus gelöscht. Der Ausflug endete gegen 17:00 Uhr zurück in Wachau. Mit einem deftigen Abendessen aus der Gulaschkanone ging auch dieser Tag dem Ende zu. Übernachtet haben die Gäste in der Turnhalle der Grundschule Wachau. Diese Unterkunft wurde von der Gemeinde Wachau gesponsert. Am Sonntag stand Wandern auf dem Programm. Von Wachau aus, ging es in das Seifersdorfer Tal zum Pfingstsingen. Nach 2-stündigem Aufenthalt, wurde die Wanderung in Richtung Liegau-Augustusbad fortgesetzt. Von dort aus ging es zurück nach Wachau. Am Nachmittag gab es für die Gäste die Möglichkeit, die Umgebung zu erkunden. Eine Gruppe machte sich auf den Weg nach Leppersdorf, um das neue Feuerwehrauto zu begutachten. Ein großes Dankeschön, geht an den dortigen Wehrleiter Herrn Thomas Redmer, der den Besuchern kurzfristig einen Blick auf das Fahrzeug ermöglichte. Nach all dem Erlebten, kehrten die Feuerwehrleute aus Mecklenburg-Vorpommern am Montagvormittag in die Heimat zurück. Die Kameraden der Wachauer Feuerwehr möchten sich, auf diesem Wege, ganz herzlich bei den Sponsoren, die das Pfingsttreffen organisiert haben, bedanken.
Text: Red., Foto: FFw Wachau




200. Geburtstag von Richard Wagner


Auch wenn er selbst nicht mehr lebt, der 200. Geburtstag von Richard Wagner ist für viele Klassik-, Kunst- und Kulturliebhaber ein Anlass, auf das Leben des bekannten Komponisten zurückzublicken. Bis in die Bierstadt hat es zumindest der Name Richard Wagner geschafft. In der Südvorstadt wurde eine Straße nach ihm benannt.

Als Sohn eines Polzeiaktuars und dessen Frau wurde er am 22. Mai 1813 in Leipzig geboren und ist damit ein gebürtiger Sachse. Bereits 1832 schrieb er seine erste Oper „Die Hochzeit“. In den darauf folgenden Jahren folgten weitere Opern wie 1834 „Die Feen“, 1835 „Das Liebesverbot“ oder 1838 „Rienzi“. In den Jahren von 1839 bis 19842 hielt sich Richard Wagner in Paris auf. Dahin ist er mit seiner Gattin Minna geflohen, als er von Gläubigern verfolgt wurde. Dabei entstand die Oper „Der fliegende Holländer“, welche am 02. Januar 1843 in Dresden uraufgeführt wurde. Seit 1842 lebte Richard Wagner nun in Dresden. Im Jahre 1843 wurde er zum königlichen, sächsischen Hofkapellmeister ernannt und komponierte Werke wie „Tannhäuser“ und „Lohengrin“. Des Weiteren entstehen Prosaentwürfe zu einer Oper „Siegfrieds Tod“. Diese Entwürfe waren später die Vorlage für „Die Götterdämmerung“. 1849 muss Richard Wagner aus Dresden nach Zürich ins Exil fliehen, da er auf Grund des gescheiterten Mai-Aufstands, per Steckbrief gesucht wurde. Im Exil entstehen theoretische Schriften. Darunter auch das grundlegende Werk „Oper und Drama“. Außerdem beginnt Richard Wagner mit der Dichtung und Komposition seines großen Werkes „Der Ring der Nibelungen“.
Nach Aufenthalten in Venedig, Paris, Wien, Biebrich am Rhein, Moskau und St. Petersburg zieht Wagner im Jahr 1864, auf Wunsch von König Ludwig II., nach München. Hier wird am 10. Juni 1865 das Werk „Tristan und Isolde“ uraufgeführt. Leider muss Richard Wagner die Stadt München gleich wieder verlassen, da sich abermals politische Querelen anbahnen. Bis 1872 lebt der Musiker wieder in der Schweiz. Trotz alledem finden die Uraufführungen vieler Werke Wagners in München statt. Dazu gehören zum Beispiel die Opern „Die Meistersinger von Nürnberg“, „Das Rheingold“ und „Die Walküre“. Die beiden letzteren Opern wurden jedoch gegen den Willen von Wagner aufgeführt, über den Ludwig der II. sich einfach hinwegsetzte. Nach dem Tod seiner Frau Minna, mit der er keine Kinder hatte, heiratete er 1870 seine zweite Frau Cosima. Sie ist eine Tochter von Franz Liszt und die geschiedene Ehefrau des Dirigenten Hans von Bülow. Cosima brachte drei Kinder in die Ehe. 1872 siedelte Wagner nach Bayreuth über. Am 22. Mai 1872, zu Wagners 59. Geburtstag wurde in Bayreuth der Grundstein für das Festspielhaus gelegt. Eröffnet wurde das Festspielhaus im August 1876 mit der ersten vollständigen Aufführung von „Der Ring der Nibelungen“. Von 1877 bis 1882 komponierte Wagner seine letzte Oper „Parsifal“. Am 13. Februar 1883 starb er, im Alter von 69 Jahren, in Venedig an einem Herzanfall. Seine Beisetzung fand am 18. Februar im Garten seiner Villa in Bayreuth statt.
Text & Fotos: Red.





Zum 115. Geburtstag von
Martin Burkhardt


Von Seeligstadt kam er meistens mit dem Fahrrad und einer schmalen Aktentasche. Ihr entnahm er dann ein Schulheft mit Notizen und begann zu sprechen. In der Regel hörten die Anwesenden schon nach kurzer Zeit interessiert zu. Er was als Redner ein Naturtalent. Bis heute sind mir ganze Passagen seines historischen Vortrages, den er 1954, anlässlich der Festwoche „50 Jahre Schulhaus Arnsdorf“, im Gasthof „Zur guten Hoffnung“ gehalten hat, in Erinnerung geblieben. Emil Martin Burkhardt wurde am 21. Februar 1898 in Seeligstadt geboren. Sein Vater besaß eine bäuerliche Wirtschaft mit einem kleinen Fuhrbetrieb. Nach Beendigung der vierklassigen Volksschule (zwei Jahrgänge gingen in eine Klasse) wollte Martin gern Lehrer werden. Leider fehlte zum Studieren das nötige Geld. Zu einem handwerklichen Beruf hatte er keine Begabung und so arbeitete er als Hilfsarbeiter in verschiedenen Arnsdorfer Betrieben. 1917, zum Militär eingezogen, kam er erst an die Ostfront und erlebte das Kriegsende 1918 an der Westfront. Krieg und soziale Ungerechtigkeit ließen ihn in die USPD1 eintreten und aus der Kirche austreten. Inzwischen hatte er sich auch der Freidenkerbewegung angeschlossen. Als geschickter Redner warb er in zahlreichen Versammlungen für beide Organisationen. Als er 1921 mit noch vier anderen Vertretern der USPD in Seeligstadt als Gemeindevertreter gewählt wurde, stand in der Arnsdorfer „Rödertalzeitung“ unter der Rubrik „Eingesandt“: „Am 4. Dezember 1921, dem schwärzesten Tag von Seeligstadt, legte die Gemeinde Seeligstadt ihr Schicksal in die Hände derer, welche keinen Gott kennen und denen Kirche und Glauben ein Greul ist. Vater im Himmel vergib der Gemeinde Seeligstadt, sie weiß nicht, was sie getan hat. So mag das Schifflein der Gemeinde Seeligstadt, hinaus segeln in das wogende, brennende Meer der Zukunft.“
Später wurde die Wahl für ungültig erklärt und die Mehrheit der USPD ging verloren. Nach dem Tod des Vaters übernahm er das kleine bäuerliche Anwesen. Die 1924 in Frankenthal geschlossene Ehe mit Martha Winter blieb leider kinderlos. Inzwischen war er zur SPD übergetreten. Als Redner ist er dort wenig aufgetreten. Bekannt wurde er aber als Sprecher bei weltlichen Beerdigungen und als Wanderredner des Deutschen Freidenkerverbandes. In dieser Zeit begann er naturkundlich-philosophische Betrachtungen nieder zu schreiben. Es war dann nur ein kleiner Schritt zu historischen und volkskundlichen Zeitungsartikeln. Das änderte sich aber bald. Es begann die Zeit des „Tausendjährigen Reiches“. Zweimal wurde Martin Burkhardt aus politischen Gründen in Haft genommen. Trotzdem erschien 1937 die Heimatschrift mit dem Titel: „Ortsgeschichte von Seeligstadt, erarbeitet von Otto Odrich und Martin Burkhardt“.

Bei Beginn des zweiten Weltkrieges, am 1. September 1939, wurde er eingezogen und musste den Feldzug gegen Polen mitmachen. Danach wurde er aus dem Militärdienst entlassen und als Straßenarbeiter und Nachtwächter in Seeligstadt eingestellt. Sein Einkommen besserte er durch verschiedene heimatkundliche Beiträge in lokalen Zeitungen auf. Die Front rückte näher. Zehn Wehrmachtsangehörige und neun Volkssturmmänner mussten in Seeligstadt beerdigt werden. Endlich, am 8. Mai 1945 war der Krieg zu Ende. Bereits am 12. Mai wurde Martin Burkhardt als Bürgermeister in Seeligstadt eingesetzt. Am 25. Juli gründete er mit ehemaligen SPD-Mitgliedern eine Ortsgruppe der KPD. Hauptprobleme waren damals die Unterbringung der vielen Flüchtlinge und die Beschaffung von Lebensmitteln. 1946 wurde er in den Kreistag gewählt. Dazu übernahm er noch die Stelle als Wirtschaftsleiter in der Landesanstalt Arnsdorf. Das war zu viel. Eine längere Krankheit war die Folge. Wieder genesen, begleitete er das Amt des Bürgermeisters bis zum Erreichen des Rentenalters 1963. Später übernahm er noch zwei Mal für kurze Zeit das verwaiste Amt.
In die Aufbruchszeit der fünfziger Jahre fallen in Seeligstadt die Eröffnung der Gemeindebücherei, Erweiterung der Schule, Einrichtung einer Gemeindeschwesternstation, eines Kindergarten und einer Kindergrippe.
Ein Höhepunkt war die Einweihung der neuen Turnhalle 1959. Die oberen Stellen verlangten damals von den Bürgermeistern die Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion durch Gründung von LPGen zu organisieren. Da die Seeligstädter Bauern ständig ein vorbildliches Ablieferungssoll erbrachten, bestand kein Interesse an einer LPG. Ende 1959 wurde aber dann doch der Anfang zur Bildung einer LPG gemacht und damit der Bürgermeister von einem ständigen Druck befreit.
Schon in den schweren Nachkriegsjahren begann er wieder Artikel für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. 1954 konnte „Das Heimatbuch der Gemeinde Seeligstadt“ gedruckt werden. Es handelt sich dabei um eine komplett überarbeitete und ergänzte Ortsgeschichte von 1937. Unter seiner Leitung wurde 1961 die Broschüre „ Die Vereinigung der beiden Arbeiterparteien im Kreis Bischofswerda“ zusammengestellt. Das Heft war als Vorstufe für ein dreibändiges Werk unter dem Titel „ Die Geschichte der Arbeiterbewegung im Kreis Bischofswerda“ gedacht. 1968 erschien der erste Band. Querelen mit der Parteiführung verhinderten den Druck der folgenden Bände. Nur in Tageszeitungen erschienen Teile dieser Ausarbeitungen. 1967 verstarb seine Frau Martha. 1972 heiratete er noch einmal. An den Festveranstaltungen zu Ehren Johann Gottlieb Fichtes 1962 und Johann Joachim Kändlers 1975 war er maßgeblich beteiligt. Leider war aber da schon der Schwung der fünfziger Jahre vorbei. Die Gästeliste zu seinem 80. Geburtstag war schon aufgestellt. Gevatter Tod war aber schneller. Am 30. August 1977 ist Martin Burkhardt im Krankenhaus Bischofswerda verstorben. Die Trauerfeier fand unter großer Anteilnahme in der Seeligstädter Turnhalle statt. Als der Sarg hinausgetragen wurde, läuteten die Kirchenglocken. Zahlreiche Ehrungen wurden ihm in seinem Leben zu teil. Heute erinnert noch eine Gedenktafel an seinem Geburtshaus an ihn.

1947- 48 Verwaltungsleiter in Landesanstalt Arnsdorf
(Quelle: Methan/ Böhm „100 Jahre Krankenhaus Arnsdorf“ 2012 S. 164
DCA Tafel Die… Plaste X 6.Rv.l Nr. 15)
USPD – Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands


Text & Fotos: Werner Hackeschmidt







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