"die Radeberger" Heimatzeitung - Archiv



Onlineausgabe vom 25. November 2010


Vor Weihnachten


Karl Gerok (1815-1890)


Die Kindlein sitzen im Zimmer – Weihnachten ist nicht mehr weit –
bei traulichem Lampenschimmer und jubeln: „Es schneit, es schneit!“

Das leichte Flockengewimmel, es schwebt durch die dämmernde Nacht
herunter vom hohen Himmel vorüber am Fenster so sacht.

Und wo ein Flöckchen im Tanze den Scheiben vorüberschweift,
da flimmert's in silbernem Glanze, vom Lichte der Lampe bestreift.

Die Kindlein sehn's mit Frohlocken, sie drängen ans Fenster sich dicht,
sie verfolgen die silbernen Flocken, die Mutter lächelt und spricht:

„Wisst, Kinder, die Engelein schneidern im Himmel jetzt früh und spät;
an Puppenbettchen und Kleidern wird auf Weihnachten genäht.

Da fällt von Säckchen und Röckchen manch silberner Flitter beiseit,
von Bettchen manch Federflöckchen; auf Erden sagt man: es schneit.

Und seid ihr lieb und vernünftig, ist manches für euch auch bestellt;
wer weiß, was Schönes euch künftig vom Tische der Engelein fällt!“

Die Mutter spricht's; vor Entzücken den Kleinen das Herz da lacht;
sie träumen mit seligen Blicken hinaus in die zaubrische Nacht.



Ein Stück Dorfgeschichte
ist verschwunden


Die Geschichte der Liegauer Dorfmühle, auch Reifmühle im Volks-
mund, ist eingebettet in die Geschichte des Dorfes und seines Rit-
tergutes. Denn ursprünglich gehörte die Schneid- und Mahlmühle zum Rittergut von Liegau-Augustusbad. Über Jahrhunderte versah das Mahlwerk seine Dienste und auch Dürreperioden oder Unwetter konnten das Klappern am Mühlengraben nicht zum Schweigen bringen. Doch mit dem Stillstand der Räder im Jahr 1954 und der Enteignung begann ein Kapitel in der Mühlengeschichte, das zu guter Letzt zu deren Abriss führen sollte.
Nach der Enteignung übernahm die Ge-
meinde die Geschicke der Dorfmühle und verpachtete die in selbiger unter-
gebrachte Bäckerei an den Bäckermeis-
ter Zeiler. Doch bereits nur 12 Jahre später, 1966, schließt Zeiler seinen Betrieb. Die letzte handwerkliche Nut-
zung der Mühle ist somit eingestellt. Das Backhaus wurde zum Wohnhaus umgebaut. Was nun folgte waren die Jahre der sozialistischen Mangelwirt-
schaft bis schließlich nach 1989 die Mühle wieder rückübereignet wurde. Ideen zur weiteren Nutzung gab es in letzter Zeit reichlich. Umbau zum Wohnhaus, Vogelbeobachtungsstation oder Künstleratelier. Doch all diese Vorschläge haben eines gemeinsam. Man benötigt zu deren Realisierung finan-
zielle Mittel in einem nicht unerheblichen Umfang. Wenn diese jedoch nicht vorhanden sind bzw. nicht fließen, dann stehen die besten Vorschläge eben doch bloß auf dem Papier. Letzt-
endlich war es das Landratsamt, das den Besitzer aufforderte, die einsturzgefährdete Mühle abzutragen. Seit letzter Woche Montag ist der historische Bau nun endgültig Geschichte. Der Bagger hat Stück für Stück die Wände abgetragen und Reste der historischen Technik freige-
legt. Doch Vorwürfe kann man dem Landratsamt wegen der Aufforderung zum Abriss des historischen, aber auch einsturzgefährdeten Gebäu-
des wohl kaum machen. Denn dies hat für die Sicherheit im öffentlichen Raum, im Fall Dorfmühle also auf der Straße und dem Schulweg, zu sor-
gen. Das Dilemma um den letzten Akt in der Tragödie Dorfmühle begann bei näherer Betrachtung schon viel eher. Denn über drei Jahrzehnte ist nichts passiert und die Mühle war dem Verfall preisgegeben. Und ob eiligst geschmiedete Pläne zum Erhalt des Gebäudes um 5 vor 12 noch fruchten, ist fraglich! Im Fall der Liegauer Dorfmühle offensichtlich nicht.
Text + Fotos: Red.


OB Lemm unterwegs im Gewerbe-
gebiet Pillnitzer Straße


Zum Tag der offenen Tür hatte am
19. November die Eurovia Verkehrsbau Union GmbH ins Gewerbegebiet Pillnit-
zer Straße geladen. Nachdem im April diesen Jahres der Grundstein zur Erwei-
terung des Bürogebäudes gelegt wor-
den war, hatte die Radeberger Nieder-
lassung des Unternehmens nun die Ini-
tiative ergriffen, die neuen Räumlichkei-
ten vorzustellen und der Öffentlichkeit sowie der Kundschaft zu präsentieren.
Gefolgt war dieser Einladung auch Oberbürgermeister Gerhard Lemm.
Oberbürgermeister Gerhard Lemm im Gespräch mit Niederlassungsleiter Alexander Richter
Notwendig geworden war die Erweiterung, da bereits im Herbst des Jahres 2008 sich die Ge-
schäftsführung zusammen mit der Niederlassungsleitung entschied, die Niederlassung Dres-
den zukünftig am Standort Radeberg anzusiedeln und folglich auch Platz für die 40 Mitarbeiter der Verwaltung im Gewerbegebiet Pilnitzer Straße benötigt wurde. Insgesamt investierte Eurovia rund 750.000 EUR in seinen Standort und somit auch in die Wirtschaft und die Zukunft von Radeberg.
Text und Foto: Red.


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